Korbmacherinnen begeistern mit ihrer Kreativität

Zum traditionellen Mitteldeutschen Korbmacher- und Pflanzenmarkt wurde am Wochenende eingeladen. "Flechtwerk" war diesmal das Motto.

Blankenhain.

In der einen Hand ein neuer, aber leerer Flechtkorb, in der anderen Hand ein Karton mit Pflanzen für den Schrebergarten. So beladen machte sich eine Frau aus der Nähe von Gera am Sonntagmorgen auf den Weg von Schloss Blankenhain zu ihrem Auto. Die Antwort auf die Frage, weshalb sie die Pflänzchen nicht einfach in den Korb gelegt hat, kam prompt: "Ich werde mir doch meinen nagelneuen Einkaufskorb nicht gleich am ersten Tag mit Erde versauen. Schließlich ist er handgefertigt und war nicht ganz billig. Aber Qualität hat nun mal ihren Preis", sagte sie.

Gute Qualität war auch Susanne Weber aus Zwickau wichtig. Allerdings war sie mehr auf der Suche nach einem Dekorationsstück für die heimischen vier Wände. "An zwei, drei Ständen habe ich Sachen entdeckt, die mir gefallen könnten. Alles individuelle Einzelstücke, die jedes für sich etwas haben. Da fällt die Entscheidung schwer." Möglicherweise wurde sie ja bei Korbmacherin Ines Keller aus Meerane fündig. Im Anschluss an eine entsprechende Lehre eröffnete die 54-Jährigen 1987 ihre eigene Korbmacherei. "Nach der Wende konnte ich dann meine Kreativität richtig ausleben und auch Sachen anfertigen, die vom üblichen Korb, wie man ihn eventuell als fernöstliche Massenware von einschlägigen Händlern kennt, deutlich abweichen. Es gibt selbst bei geflochtenen Körben vielfältige Formen und Gestaltungsmöglichkeiten", sagte sie. Den Markt im Landwirtschaftsmuseum sah sie auch als eine gute Gelegenheit, den Leuten ihren Berufsstand nahezubringen und sie dafür zu sensibilisieren, dass echte Handwerkskunst nicht zum Nulltarif zu haben ist. Die Ausgangsstoffe für ihre Flechtarbeiten stammen übrigens direkt aus der Region. "Ich hatte das Glück, dass ich vor ein paar Jahren das Weidenfeld eines verstorbenen Korb- machers in Callenberg übernehmen konnte. Diese Möglichkeit bietet natürlich entsprechenden Spielraum, was Größe und Qualität der Weidenrute anbelangt." Besonders gut gingen ihrer Einschätzung nach auf dem Markt grüne Flechtwerke, die aus ungeschälten Weidenzweigen hergestellt werden.


Wer es von den Besuchern noch eine Spur individueller haben wollte als das, was unter den geschickten Händen von Ines Keller entstand, war bei Theresia Asam an der rich- tigen Adresse. Die 53-jährige Schwäbin ist gelernte Korbmacherin und gab ihr Wissen bei Flechtkursen an interessierte Besucher weiter. "Die Resonanz war erfreulich gut, wobei insbesondere Erwachsene Interesse zeigten. Hier in diesem Rahmen kann ich die Leute natürlich nur neugierig machen und ihnen ein paar grundlegende Fertigkeiten vermitteln. Aber wer einmal Blut geleckt hat, der findet Mittel und Möglichkeiten, sich intensiver damit zu beschäftigen", sagte sie.

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