Kostenexplosion in den Kitas beschäftigt neue Arbeitsgruppe

Träger der Kindereinrichtungen in Crimmitschau benötigen eine halbe Million Euro mehr als geplant. Warum?

Crimmitschau.

Die Kosten für die Bewirtschaftung der Kindertagesstätten in Crimmitschau schießen in die Höhe. Die Stadt muss dieses Jahr exakt 470.989 Euro mehr als im Haushaltsplan vorgesehen an die Träger der Einrichtungen überweisen. Der Stadtrat gab grünes Licht für die Finanzspritze. Dafür wird auf Mehreinnahmen, die es bei der Gewerbesteuer gab, zurückgegriffen.

Eine Aufstellung, die alle Stadträte erhalten haben, zeigt, dass es mit Blick auf den zusätzlichen Finanzbedarf einen großen Unterschied gibt. Die Kindertagesstätte "Kindernest", die sich in Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Ausbildung und Beschäftigung (FAB) befindet und in der nächsten Woche ihr 40-jähriges Bestehen feiert, benötigt fast 99.700 Euro mehr als geplant. Für die Kita "Kinderoase", die sich im Crimmitschauer Ortsteil Frankenhausen befindet, müssen zusätzlich 97.000 Euro an die Kinderarche überwiesen werden. Ganz anders stellt sich die Situation dagegen in der Kita "Frohe Zukunft" dar. Der DRK-Kreisverband als Träger braucht 20.500 Euro weniger als geplant.

Für die Extra-Kosten gibt es verschiedene Ursachen, die Bildungs-Fachbereichsleiterin Karin Schiller aufgezählt hat. Sie verwies unter anderem auf die gestiegenen Kinderzahlen und die erhöhten Personalkosten durch eine pauschale Tarifsteigerung von drei Prozent. Dazu kommt eine Erhöhung von rund 106.000 Euro bei den Sachkosten. Die Details zu den Zuschüssen werden in Verträgen zwischen Stadt und Trägern festgelegt. Ein Problem: Die Verhandlungen zu den Vereinbarungen waren erst im Dezember 2018 beendet. Der Entwurf des Stadt-Haushaltes stand zu dem Zeitpunkt schon.

Antworten zu den Gründen für die Kostenexplosion soll es in einem neuen Gesprächsformat geben. Oberbürgermeister André Raphael (CDU) bildet - nach einer Entscheidung des Stadtrates - eine Arbeitsgruppe. Zu den Mitgliedern gehören die Vertreter der Elternräte und der Träger aus allen Einrichtungen. Dazu kommen Stadträte und Rathausmitarbeiter. 24 Frauen und Männer gehören zur Arbeitsgruppe. "Hier sollen auch Fragen zum Finanzbedarf, der bei den Trägern unterschiedlich ist, beantwortet werden", sagt Raphael. Er macht deutlich: "Wir wollen Transparenz zur Höhe der Kosten darstellen." Personal- und Sachkosten in den Einrichtungen bestimmen schließlich die Höhe der Elternbeiträge mit. Weitere Themen, mit denen sich die Arbeitsgruppe bei ihren Beratungen beschäftigen wird, sind die Qualität der Kinderbetreuung und die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten. Die Frage von "Freie Presse", wann sich die Arbeitsgruppe erstmals trifft, hat die Stadtverwaltung bisher nicht beantwortet.

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