Kräuter aus der Kiste

Simone Walther vom Frucht- und Kräuterhof in Rudelswalde beliefert ihre Kunden neuerdings über ein Bestellsystem.

Rudelswalde.

Wenn der Kunde nicht zur Ware kommt, muss die Ware zum Kunden. Was größere Biohöfe schon länger mit ihren frischen Waren vormachen, hat nun auch in den Kräuterhof der Familie Walther in Rudelswalde Einzug gehalten. Sie beliefert ihre Kunden mit Frischeboxen, auch Kräuterkisten genannt. "Sonntags schreibe ich den Kunden eine E-Mail, was es gibt, donnerstags packe ich, freitags werden die Kisten ausgeliefert", sagt Simone Walther (36), als sie eine Beispielkiste fürs Foto befüllt. "Bis auf die Pilze ist alles von uns, möglichst viel aus eigenem Anbau ist natürlich unser Anspruch", sagt sie. "Und die Pilze sind von einem Bioanbieter aus der Nähe von Leipzig."

Die Kundschaft wächst zusehends, der logische Schritt folgt auf dem Fuße: "Wir wollen unsere Anbaufläche deutlich erweitern", sagt Walther. Im Herbst soll es soweit sein. Bislang würden vor allem Kräuter angebaut, künftig sollen auch weitere Gemüsesorten und einige Obstgehölze folgen. Eine Zertifizierung als Bio-Betrieb ist im Bereich des Möglichen, ob der Fami- lienbetrieb diesen Schritt geht, steht allerdings noch nicht fest.


Zum Anbau von Kräutern kam die studierte Agraringenieurin über ihr erstes Standbein, eine Ernährungsberatung. "Ich habe die Zutaten immer aus dem eigenen Garten genommen und hatte dann immer eine gewisse Überproduktion", sagt sie. "Es gibt noch viele weitere Ideen. So können wir uns vorstellen, Trockenfrüchte zu vermarkten. Unsere Tomatenpflanzen sind in unserem Erleben relativ gefragt, weil sie doch recht widerstandsfähig sind."

Das neue Vertriebssystem kam auch aus ökonomischen Erwägungen zustande: "Die Kräuterkiste ist natürlich auch die relativ günstigere Variante zu einem Hofladen", sagt Walther, die den Hof an der Westbergstraße auch zu relativ kurzen Öffnungszeiten der Kundschaft öffnet, weil die Arbeit nicht wartet. Alles muss in bestimmten Zeitfenstern geschehen, denn das Kräutergärtnern und die Vermarktung wollen unter den Gärtnerhut gebracht sein.

Die Kundschaft lebt derweil nicht nur in direkter Umgebung. Über ihre vielen Seminare trugen sich auch Kunden in Zwickau und Wilkau-Haßlau in die Liste ein, die sie bei ihren Auslieferungstouren mit bedenken muss. "Wir sind auch auf einigen bestimmten Märkten in der Region und darüber hinaus vertreten", sagt Walther. Zuletzt war sie beim Regionalmarkt des Landschaftspflegeverbandes an der Gräfenmühle in Neukirchen zu Gast. "Das war eine prima Veranstaltung", sagt Walther. Nicht zuletzt beteiligen sich die Walthers als Erzeuger an der Regiokiste der Region Greiz/Gera. "Da melde ich unsere Bestände und liefere sie bei Bedarf hin", sagt Walther. Auch dieses Geschäft bedarf einer gewissen Größe, um sich zu rentieren, sodass die anstehende Erweiterung der Anbaufläche und damit auch ein größeres Sortiment höchst willkommen sein werden.

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