Kreisschülerrat will Aufmerksamkeit

Das Gremium hat am Dienstag eine neue Spitze gewählt. Beide sind sich einig: Guter Rat ist unbezahlbar.

Zwickau/Werdau.

Mit Sten Förster (16) vom Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernstthal hat der Kreisschülerrat einen neuen Vorsitzenden. Ihm zur Seite steht als Stellvertreterin Samira Hofmann. Die 16-Jährige, die am Beruflichen Schulzentrum Meerane für ihre Fachhochschulreife lernt, ist am Dienstag im Zwickauer Bürgersaal bereits zum zweiten Mal in dieses Amt gewählt worden.

Bei Nachwahlen wurden auch noch zwei Vertreter für die Landesdelegierten-Konferenz gewählt: Annika Ehrig von der Pestalozzi-Oberschule Wilkau-Haßlau sowie Justin Rynders von der Pestalozzi-Oberschule Zwickau. Die jungen Leute nehmen ihre Aufgaben sehr ernst -immerhin vertreten sie sämtliche Schüler aus Westsachsen. Dabei wirkt ihre Arbeit in zwei Richtungen: nach Dresden, wofür insbesondere die Landesdelegierten zuständig sind, aber auch an die einzelnen Schulen im Kreis. "Eine unserer Aufgaben ist es, die Schülersprecher der Schulen zu beraten", sagt Sten Förster. Denn genau die wenden sich immer wieder an das übergeordnete Gremium, wenn sie mit einem Anliegen allein nicht weiterkommen.

Solche Dinge sind am Dienstag in Zwickau besprochen worden - um einige davon möchte sich nun der Kreisschülerrat kümmern. Beispielsweise gab es die Bitte, in den Behörden nachzufragen, warum es nicht mehr möglich ist, Schnuppertage für Viertklässler an Oberschulen und Gymnasien anzubieten. Offizielle Begründung: Solch ein Tag bedeute sowohl für die Grundschüler als auch für die älteren Schüler, die etwa die Führung durchs Haus übernehmen, Unterrichtsausfall. "Ich habe damals selbst an einem Grundschultag teilgenommen und fand das richtig gut", erinnert sich Samira Hofmann. Sie sagt, dass der Kreisschülerrat nun das Gespräch mit den Behörden und nach einer Lösung suchen möchte.

Eine Lösung brauche es auch im Fall der Oberschule im Werdauer Ortsteil Leubnitz, so die junge Frau weiter. "Die dortige Turnhalle wird auch von Vereinen genutzt. Allerdings gibt es keine Abtrennung zwischen Sporthalle und Schule", sagt sie. Die Schüler fürchten, dass Fremde in Räume gelangen könnten, die sie nichts angehen.

Wie erfolgreich der Kreisschülerrat arbeitet, lasse sich Samira Hofmann zufolge schlecht einschätzen. "Oft hilft es, die Schülersprecher zu beraten." Der Vorstand ist sich einig, dass der Rat aktiver werden möchte. Für die Schülersprecher sollen Veranstaltungen stattfinden, in denen Themen wie Mobbing oder Integration behandelt werden. Und: Der Rat hält es für richtig, mehr in der Öffentlichkeit aufzutreten. "Viele wissen nicht, dass es uns gibt", sagt Samira Hofmann. Auftritte wie ein Beratungsstand zur Freiwilligenmesse "Aktivoli" waren ihrer Ansicht nach ein Schritt in die richtige Richtung.

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