Kühe auf dem Campingplatz - Wer hat davon noch ein Foto?

90 JAHRE KOBER Eine Familie hat ihre Herde über die Wiesen an der Talsperre geschickt. Ein Tier wollte schnell zurück auf den Hof - durch das Wasser.

Niederalbertsdorf.

Beate Schumann aus Niederalbertsdorf hat an den vergangenen Tagen einige Kisten und Alben mit historischen Fotos durchgeschaut. Die passenden Aufnahmen, die sie an ungewöhnliche Erlebnisse an der Koberbachtalsperre erinnern, hat die Rentnerin aber nicht gefunden: Sie hat hier in den 1960er-Jahren - vor allem im Herbst - die Kühe der Familie über die Wiesen des Strandbades und des Campingplatzes geschickt. "Vielleicht lässt sich durch die Veröffentlichung in der Zeitung noch ein passendes Foto finden, das daran erinnert", sagt Beate Schumann.

Sie musste schon in jungen Jahren auf dem Bauernhof der Eltern mit helfen. Im Herbst, wenn nicht mehr so viel Gras auf den Weiden stand, wurde das Vieh noch mal über die Wiesen gelassen, um das verbleibende Futter abzugrasen. Zu den Zielen gehörten - nach dem Ende der Saison - auch das Strandbad und der Campingplatz. Mit 15 Kühen ging es an die Talsperre. "Da trieben wir unsere Kühe auf der Straße bis zum Platzeingang neben dem damaligen Kiosk. Das Tor wurde geschlossen, und für mich war es ganz einfach, auf die Kühe zu achten. Sie konnten ja nicht weg", sagt Beate Schumann und berichtet von einem ungewöhnlichen Ereignis: "Umso mehr erschrak ich, als sich eine Kuh ins Wasser begab, den Seitenarm der Talsperre durchschwamm und dort, wo jetzt der zweite Campingplatz ist, wieder an Land ging. Was sollte ich tun? Ich konnte die Herde ja nicht einfach allein lassen. So ließ ich den Ausreißer laufen. Und zu unserer großen Überraschung war die Kuh schnurstracks in den heimatlichen Stall zu ihrem nur wenige Tage alten Kälbchen gelaufen. Sie fand allein den Weg." Im Stall der Familie standen also keine "dummen Kühe".

Für Beate Schumann bedeutet die Talsperre ein Stück Heimat, da sie unmittelbar neben dem elter- lichen Hof die Kindheit und Jugend verbracht hat. Es sei wunderbar gewesen - zu jeder Jahreszeit gab es besondere Erlebnisse. Beate Schumann war oft mit einer besten Freundin unterwegs. "So hatten wir die Gelegenheit, direkt am Staudamm ins Wasser zu gehen, um dann die Talsperre in ihrer vollen Länge zu durchschwimmen. Natürlich waren wir noch Kinder und durften das nur, wenn eine von uns mit dem Boot nebenher ruderte." Zu den Treffpunkten gehörte auch der "Käshuckel" zum Baden. Dort traf sich die Dorfjugend. In den Abendstunden kamen dann die Erwachsenen nach getaner Arbeit dazu. Bei einem niedrigen Wasserstand, was selten war, traf man sich auch am Steilufer neben dem Wald.

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