Künstler lässt "Lebensbaum" wieder Wurzeln schlagen

Ein Kunstwerk, das der Werdauer Ehrenbürger Heinz Lanzendorf in den 1980er-Jahren geschaffen hat, wird derzeit restauriert und für seinen neuen Standort vorbereitet.

Werdau.

Im alten Fachwerkhaus auf dem Gelände des Werdauer Museums hat seit einigen Wochen Wolfgang-Gerhard Namyslok seine Werkstatt eingerichtet. Der 62-Jährige, der drei Tage in der Woche für die kommunale Einrichtung tätig ist, restauriert in dem Gebäude momentan den "Lebensbaum". Das Kunstwerk, das in den 1980er-Jahren von Heinz Lanzendorf aus Werdau geschaffen wurde und das bis zu seiner Demontage eine Kaufhalle im Wohngebiet Sorge zierte, schlummerte etliche Jahre im Depot des Museums. Nun soll es seinen neuen Standort am Seniorenheim am Brühl erhalten. Bis es an der Fassade des Gebäudes montiert wird, müssen an dem Kunstwerk noch kleine Schäden beseitigt werden. Das Emaillebild besteht aus 36 Tafeln von jeweils einem Meter mal 50 Zentimetern. "An einigen Stellen ist die Emaille abgeplatzt oder fehlerhaft und muss ausgebessert werden", sagt Wolfgang-Gerhard Namyslok. Er erklärt die dafür notwendigen einzelnen Schritte: Erst werden die Tafeln gesäubert, dann die Schadstellen mit einem Penetriermittel behandelt, mit einem Glasfaserstift der Rost entfernt, Spachtelmasse aufgetragen und danach mit Acrylfarbe die fehlenden Stellen erneuert. Das Ganze wird mit einem UV-Lack überzogen, um das Kunstwerk vor der Witterung zu schützen.

Wolfgang-Gerhard Namyslok kennt sich im Umgang mit Farben aus. Der gelernte Elektroingenieur ist seit einigen Jahren als freischaffender Künstler tätig und leitete etliche Jahre in Ascherleben eine Galerie. Die existiert noch immer, obwohl der 62-Jährige 2014 seinen Wohnsitz aus familiären Gründen nach Fraureuth verlagerte. Die Kunst lässt ihn nicht los. An der Kreisvolkshochschule leitet er zwei Kurse und lehrt den Umgang mit Öl- und Acrylfarben sowie Aquarellmalerei. Seine Plänen gehen noch weiter. Er möchte gern in seinem neuen Wohnort auch Senioren den Umgang mit Pinsel, Farbe und Zeichenblock näher bringen. "Es gibt Überlegungen für ein gemeinsames Projekt mit der Volkssolidarität und der Wohnungsbaugenossenschaft in Fraureuth, das jedoch noch nicht spruchreif ist."

Vorerst konzentriert er sich mit aller Kraft auf die Restaurierung des "Lebensbaumes". "Bis Jahresende werde ich damit zu tun haben." Danach soll die Montage erfolgen. Das dafür erforderliche etwa neun Meter lange Gestell will der Eigentümer der Immobilie, Jürgen Rehse, in den nächsten Tagen in Auftrag geben. Nach dessen Worten soll das Kunstwerk nach Einbruch der Dunkelheit auch beleuchtet werden. Die dafür erforderlichen Kabel müssen jedoch noch verlegt werden.

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