Kunstrasenplatz: Vertrag ist noch nicht in trockenen Tüchern

Obwohl der Ball schon über das neue Spielfeld rollt, ist die Pflege der Anlage in Frankenhausen nicht geklärt. Dabei hat die Stadt viel Geld investiert.

Frankenhausen.

Der Vertrag zur Pflege und Bewirtschaftung des neuen Kunstrasenplatzes im Sportstadion des Crimmitschauer Ortsteils Frankenhausen ist noch nicht in trockenen Tüchern. Obwohl der Ball schon seit Montag über die moderne Anlage rollt, müssen die Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und dem Vorstand des FC Crimmitschau, der Hauptnutzer sein soll, erst noch zum Abschluss gebracht werden. Ein Knackpunkt ist dabei offenbar das Geld. Bis zum Ende des Jahres soll es Klarheit zu einem Vertragsentwurf geben.

"Die Stadtverwaltung favorisiert natürlich den Verbleib der Sportanlage beim FC Crimmitschau. Damit ist auch die Pflege des Platzes entsprechend zu organisieren. Inwiefern die Stadt dabei Unterstützung leistet, ist Inhalt der Vertragsverhandlungen. Grundsatz ist die Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Unterhaltung des Kunstrasenplatzes", sagt Bau-Fachbereichsleiter Götz Müller. Die Fragen, welche Technik benötigt wird und wie hoch der zeitliche Aufwand für die Pflege des Kunstrasens ist, beantwortet die Stadt dagegen nicht - mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen mit dem FC Crimmitschau. Stadt und Verein haben sich in den letzten Monaten über die Situation auf verschiedenen Kunstrasenplätzen in Westsachsen und Ostthüringen informiert. Gespräche gab es dabei unter anderem mit dem Vorstand des FSV Gößnitz.

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Die Verantwortlichen des FC Crimmitschau signalisieren die Bereitschaft, dass sich der Verein künftig um den Kunstrasenplatz kümmert. Vorstandsmitglied Mike Schnabel informiert, dass einige Mitglieder bei einer Kurz-Schulung mit den Aufgaben vertraut gemacht werden und dann stets am Freitagvormittag den Kunstrasen bürsten und reinigen sollen. Das Thema kommt auch zur Mitgliederversammlung des Vereins am 9. November auf die Tagesordnung. "Wir wollen uns der Aufgabe stellen", versichert Mike Schnabel, der mit seinen Mitstreitern lange um den Kunstrasenplatz gekämpft hat.

Rund 1,1 Millionen Euro werden in diesem Jahr in das Sportstadion investiert. Der Großteil der Summe fließt in den Kunstrasenplatz. Zudem wird die Umlaufbahn am Rasenplatz erneuert und ein Wasser-Entnahmebauwerk an der Pleiße gebaut. Mit der Situation im Sportstadion hat sich kürzlich auch der Ortschaftsrat in Frankenhausen beschäftigt. Dabei ging es auch um den noch nicht unterschrieben Pflegevertrag. "Die Stadt bringt sich natürlich in eine schlechte Position, wenn sie erst Geld für die Investition ausgibt und dann über die Details der Pflege des Kunstrasenplatzes spricht", sagt Ortschaftsrat Franz Weidenmüller (Sächsischer Heimatschutz). Stadtrat Hans-Jörg Laube (SPD) ergänzt: "Der Druck liegt momentan bei der Stadtverwaltung. Das wissen auch die Sportler."

Wie läuft es anderswo? 

Der SV Sachsen 90 Werdau kümmert sich um die Pflege des Kunstrasenplatzes in der Sachsen-Arena. Der Platz wird einmal in der Woche von Mitgliedern gebürstet. Die Reinigung, die einmal im Jahr erforderlich ist, übernimmt eine Spezialfirma. Der Verein erhält von der Stadt einen Betriebszuschuss. Den Kunstrasenplatz in Werdau gibt es seit 13 Jahren.

In der Gemeinde Neukirchen wird der Kunstrasenplatz laut Bürgermeisterin Ines Liebald zweimal im Jahr einer intensiven Wartung unterzogen. Da der Platz sehr stark frequentiert sei, sei das auch notwendig. Die Kosten dafür übernimmt einmal die Gemeinde, für die zweite Wartung trägt sie der Verein SG Traktor Neukirchen. hof/rdl

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