Landesschau: Ist das zu schaffen?

Die Tuchfabrik Crimmitschau ist 2020 Schauplatz der Landesausstellung zur Industriegeschichte. Bis zu deren Eröffnung in gut fünf Monaten wartet auf die Organisatoren noch eine Menge Arbeit.

Crimmitschau.

Wer derzeit an einer Führung durch die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau teilnimmt, kann sich nur schwer vorstellen, dass in fünf Monaten das ehemalige Spinnereigebäude das Herzstück des Museums sein soll. Und nicht nur das: Das Gebäude soll einer der Schauplätze der Landesausstellung zur sächsischen Industriekultur werden. Davon ist auf den vier Etagen des Gebäudes momentan nur wenig zu spüren. Die Leiterin der Einrichtung, Jana Kämpfe, ist jedoch voller Optimismus und betont immer wieder: "Wir schaffen das! Wir müssen das schaffen!"

Für eines der wichtigsten Projekte, die Schaffung eines zweiten Rettungsweges, hat der Crimmitschauer Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung die Weichen gestellt. An der Vorderfront des Gebäudes an der Sahntalstraße wird eine 13 Meter hohe Treppe errichtet, über die Besucher im Ernstfall das Gebäude verlassen können. Bis spätestens zum 29. November sollen die Treppe stehen und die Zugänge auf jeder der vier Etagen geschaffen werden. Die Kosten für das Vorhaben sind von ursprünglich prognostizierten 116.543 Euro auf 198.612 Euro gestiegen. Einen Teil des Mehrbetrages übernimmt der Kulturraum. Die Stadt muss dennoch zusätzlich 55.764 Euro zuschießen. Einem entsprechenden Antrag dazu stimmte der Rat zähneknirschend zu.

Doch mit der Schaffung des zweiten Fluchtweges ist die Umgestaltung der Spinnerei noch nicht abgeschlossen. Die größten baulichen Veränderungen sind noch im Erdgeschoss notwendig. Kurz nach dem Passieren des Eingangs führt der Weg vorbei an einem im Original erhalten gebliebenen Umkleideraum mit Sanitäreinrichtungen, wie sie zu DDR-Zeiten vorhanden waren, und der noch zu errichtenden neuen Garderobe in der Krempelei. Dort sollen sich künftig die Kasse, ein Shop und ein Infostand befinden, Sitzmöglichkeiten geschaffen werden und ein Café zum Verweilen einladen. Von all den Vorhaben wurde bisher noch nichts realisiert. Der Weg der Besucher führt dann an den Krempeleimaschinen vorbei in die ehemalige Wolferei, so wie schon jetzt bei Führungen durch die Tuchfabrik. Der Vorteil: Die Technik in den einzelnen Bereichen ist noch vorhanden und voll einsatzfähig.

In der ersten Etage soll auf einer Fläche von 420 Quadratmetern künftig eine Dauerausstellung zur Textilgeschichte in Crimmitschau und in Sachsen gezeigt werden. Dabei sollen auch Exponate aus dem Bestand des Heimatmuseums mit zu sehen sein. Auch davon ist derzeit noch nichts zu sehen. Nachgedacht wird über eine abgespeckte Zwischenlösung während der Landesausstellung. Geplant ist außerdem, im ersten Obergeschoss Büros für die Museumsleitung sowie einen Besprechungsraum und Toiletten zu schaffen. Begonnen wurde damit noch nicht.

Die zweite Etage, in der sich der alte Spinnereisaal mit seinen noch intakten Maschinen befindet, bleibt im Wesentlichen in ihrem derzeitigen Zustand erhalten. Geplant sind lediglich kleine Veränderungen in Zusammenhang mit der Schaffung des zweiten Fluchtweges. Realisiert wurden die Pläne noch nicht.

Auf Eis gelegt wurde die ursprünglich geplante Nutzung des Dachgeschosses während der Landesschau für Sonderausstellungen und als Multifunktionsfläche. Ob, wann und in welcher Form die Pläne umgesetzt werden, ist derzeit offen. Zumindest wird das Dachgeschoss an die Fluchttreppe mit angebunden. Genutzt wird das Dachgeschoss aktuell als Lager und Werkstatt.

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