Landratsamt: 120 Mitarbeiter ziehen um

Die Außenstelle der Kreisverwaltung an der Straße Zum Sternplatz in Werdau wird bis Ende 2021 zur Großbaustelle. Der inoffizielle Startschuss für die Arbeiten ist bereits gefallen.

Werdau.

In der Außenstelle des Landratsamtes an der Straße Zum Sternplatz in Werdau ist mit einer der größten Baumaßnahmen in der jüngeren Vergangenheit begonnen worden, ohne dass davon die Öffentlichkeit etwas mitbekommen hat. Der Gebäudekomplex wird bis Ende 2021 komplett modernisiert. "Im Juni fiel, so wie im Zeitplan vorgesehen, der Startschuss für die Ausschreibung der geplanten Leistungen. Danach steht die Vergabe an. Der Umzug der 120 Mitarbeiter, die am Standort Werdau tätig sind, beginnt am 12. August", sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung, Ilona Schilk.

Während der Gebäudesanierung beziehen die betroffenen Mitarbeiter vorübergehend Räumlichkeiten in einem Objekt des Landkreises an der Stauffenbergstraße in Zwickau. Die dort tätigen Beschäftigten des Vermessungsamtes ziehen ab 29. Juli dauerhaft nach Glauchau in die im Vorjahr sanierte Dienststelle des Landkreises am Gerhart-Hautmann-Weg. Ist der komplette Umzug abgeschlossen, rücken in Werdau die Handwerker an. "Die Bauanlaufberatung ist auf den 13. August fixiert", informierte das Immobilienmanagement der Kreisverwaltung, unter dessen Regie die Arbeiten stehen.


Der Komplex in Werdau, in dem unter anderem das Abfallamt und das Umweltamt ihren Sitz haben, besteht aus drei Gebäuden. Während das Hauptgebäude und das ehemalige Gefängnisgebäude Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden, entstand Anfang der 1990er-Jahre zwischen Haupt- und Hintergebäude ein mehrgeschossiger Verbindungsbau. 2015 wurden bei einer Überprüfung des Brandschutzes gleich mehrere Mängel festgestellt, die mit den baulichen Besonderheiten des Komplexes verbunden sind. So endet beispielsweise das Treppenhaus im Hauptgebäude im zweiten Obergeschoss. "Das Dachgeschoss ist nur über eine schmale Wendeltreppe aus Metall erreichbar", sagte Schilk.

Im Hintergebäude herrscht ein ähnlicher Zustand. Auch dort endet das Treppenhaus im zweiten Obergeschoss. Mitarbeiter, die im Dachgeschoss ihren Arbeitsplatz haben, erreichen diesen nur über eine steile Holzwendeltreppe. "Die Konstellation ist als Fluchtweg nicht mehr zulässig", begründete Schilk die Arbeiten.

Doch das sind nicht die einzigen Mängel. Nach Aussagen der Pressesprecherin sind die Anforderungen des Schallschutzes nicht mehr erfüllt. "Außerdem kommt es in den Räumen, Fluren und Treppenhäusern zu Geruchsbelästigungen, die durch den beim Bau verwendeten Gussasphalt verursacht werden."

Jetzt sollen die vorhandenen Mängel beseitigt werden. Das dazu geplante Maßnahmepaket ist noch umfangreicher. Dazu gehören in den Gebäuden bauliche Veränderungen, sodass künftig der Brandschutz überall gewährleistet wird. Geplant sind außerdem die Herstellung von Fluchtwegen, die Erneuerung der Dacheindeckung sowie die Ertüchtigung des Liftes zum Sicherheitsaufzug und zur Behindertenrettung. Die Innentüren sollen verbreitert werden. Zu den geplanten Vorhaben gehören auch die Umgestaltung der Sanitärräume, der Teeküchen und der Toiletten. Geplant ist außerdem die Schaffung eines Zugangs für Behinderte mit Stellplätzen. Zugleich sollen die in den Gebäuden vorhandene Elektrik sowie die Heizungstechnik modernisiert werden.

Für die Realisierung des Gesamtpaketes sind 5,3 Millionen Euro eingeplant. Zur Finanzierung des Vorhabens bekam der Landkreis im April von Staatssekretär Frank Pfeil aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium einen Fördermittelbescheid in Höhe von 4 Millionen Euro überreicht. Die finanzielle Zuwendung stammt aus dem Programm "Brücken in die Zukunft". Die restliche Summe von 1,3 Millionen Euro trägt der Landkreis selbst.

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