Langenbernsdorf eröffnet Superwahljahr

Wer hat die nächsten sieben Jahre in der Gemeinde das Sagen? Darüber entscheiden am 27. Januar die Bürger des Ortes. Zwei Bewerber für das Amt des Bürgermeisters stellen sich der Wahl. Beide sind keine Unbekannten.

Langenbernsdorf.

Die Bürger der Gemeinde Langenbernsdorf eröffnen am Sonntag in der kommenden Woche den Reigen mehrerer Wahlen in diesem Jahr. Noch vor den Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen im Frühjahr und im Herbst entscheiden sie, wer in den kommenden sieben Jahren die Geschicke der 3555 Einwohner zählenden Kommune leiten wird.

Eine Frau und ein Mann, beide parteilos, buhlen um die Gunst der Bürger in der westlichsten Gemeinde des Landkreises. Beide Bewerber sind in den drei zum Ort gehörenden Dörfern keine Unbekannten. Neben Frank Rose bewirbt sich Elfi Rank um den Posten. Der eine ist der Amtsinhaber und möchte gern weiter im Ort den Ton angeben, die andere saß zuvor sieben Jahre lang auf dem Chefsessel in der Gemeindeverwaltung und liebäugelt erneut mit dieser Position. Doch wer macht am Ende das Rennen?

Beide Interessenten haben sich in den zurückliegenden Tagen in puncto Wahlkampf sehr ruhig verhalten. Wahlplakate mit den Konterfeis der Bewerber entlang der wichtigsten Straße sucht man bisher in Langenbernsdorf vergebens. Wahlveranstaltungen, auf denen die Bewerber ihre Programme präsentierten oder sich den Fragen der Bürgerschaft stellten, gab es nicht.

Die Herausforderin wohnt erst seit ein paar Monaten wieder in der Gemeinde. Nachdem Elfi Rank bei den Wahlen 2012 schon im ersten Wahlgang den Kürzern zog, wanderte sie mit ihrem Lebenspartner nach Kanada aus. Seit Oktober wohnt sie wieder in Langenbernsdorf. "Ich wurde nach meiner Rückkehr von etlichen Bürgern angesprochen und gebeten, mich noch einmal als Bürgermeisterin zu bewerben. Das hat mir Mut gemacht, es zu versuchen", sagt Rank. Eine Knie-Operation und die noch andauernde Reha haben die Bewerberin seit Bekanntwerden ihrer Kandidatur aus dem Rennen genommen, sodass sich die 57-Jährige derzeit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Dennoch weiß Elfi Rank genau, was sie nach einer möglichen Rückkehr ins Gemeindeamt als Bürgermeisterin ändern will. "Ich möchte den Stillstand, der die zurückliegenden sieben Jahren im Dorf herrschte, beenden. Wichtig ist mir auch, dass Bürgeranliegen in der Verwaltung möglichst sofort geklärt und nicht auf die lange Bank geschoben werden", sagt die Bewerberin um das Amt des Bürgermeisters.

Außerdem will sie sich unter anderem dafür einsetzen, dass das Ortsbild wieder verschönert wird und die vorhandenen Spielplätze allen Kindern in der Gemeinde zugänglich gemacht werden. "Ich möchte mich außerdem dafür stark machen, dass die Gemeinde auf lange Sicht ihre Eigenständigkeit behält", sagt Elfi Rank. Ein weiteres Vorhaben aus ihrem Wahlprogramm: Der wieder aktuell gewordene Bau eines Windparkes in der angrenzenden Gemeinde Chursdorf soll verhindert werden. "Ich bin nicht gegen alternative Energien, doch Windräder gehören nicht in das ländliche Bild", so Elfi Rank.

Amtsinhaber Frank Rose setzt auf eine Fortführung der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung. "Die hat bisher, zum Wohl der Bürger, bestens funktioniert." Weitere Schwerpunktvorhaben: die Schaffung eines familienfreundlichen Umfeldes sowie die Stärkung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort. "Erreicht werden soll das durch die Weiterentwicklung der örtlichen Infrastrukturen. Dazu gehören der Straßen- und Wegebau und die Verbesserung der Breitbandversorgung", sagt Rose. Er will sich außerdem für eine Unterstützung des Vereinslebens stark machen. "Geschehen soll das unter anderem durch finanzielle Vergünstigungen bei der Nutzung kommunaler Gebäude." Was Rose außerdem wichtig ist: "Ich möchte mich für den Erhalt der Eigenständigkeit der Gemeinde stark machen."

Gewählt wird am 27. Januar. Es gibt vier Wahllokale, die jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet haben: Grundschule Langenbernsdorf, alte Stöckener Schule und Kita Niederalbertsdorf. In Trünzig befindet sich das Wahllokal im Versammlungsraum der Feuerwehr und nicht mehr im Mehrzweckgebäude. Hinzu kommt ein Briefwahllokal. Da es nur zwei Bewerber gibt, gewinnt der mit den meisten Stimmen die Wahl. Mit einem ersten Ergebnis wird gegen 19 Uhr gerechnet. Stimmberechtigt sind in der Gemeinde insgesamt 3022Bürgerinnen und Bürger.


Das sind die Bewerber für das Bürgermeisteramt

Frank Rose

Alter: 51

Familienstand:

verheiratet

Kinder:zwei

Beruf: Diplom- Agraringenieur

Hobby: Rad fahren

Mitglied einer Partei: nein

Erfahrungen in der Kommunalpolitik: Langenbernsdorfer Bürgermeister seit 2012, zuvor 20Jahre Mitglied im Gemeinderat.

Elfi Rank

Alter: 57

Familienstand: geschieden

Kinder: zwei

Beruf: Diplom-Ingenieurin für Maschinenbau

Hobby: Pferdezucht

Mitglied einer Partei: nein

Erfahrungen in der Kommunalpolitik: Langenbernsdorfer Bürgermeisterin von 2005 bis 2012, seit 1990 stellvertretende Bürgermeisterin.

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