Leubnitzer erleben Unterricht mal anders

Die siebten Klassen der Oberschule lernen die Zeit der Industrialisierung in Werdau kennen. Unterstützung erhalten sie dabei von Mitarbeitern des Stadt- und Dampfmaschinenmuseum.

Werdau.

Geschichtsunterricht zum Anfassen anstatt Bücher wälzen hieß es für die siebte Klasse der Leubnitzer Oberschule am Montag. Mit dem fächerverbindenden Projekt "Wie der Dampf die Welt veränderte" erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Zeit der Industrialisierung und erfuhren, wie sich die Region damals veränderte.

Für vier Stunden kamen dafür Hans-Jürgen Beier, Historiker und Leiter des Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseums, sowie Mitarbeiter Udo Pagel an die Schule. "Mit dem Projekt wollen wir den Schülern die Geschichte greifbar nahebringen", sagte Beier. "Da die Industrialisierung auf dem Lehrplan der siebten Klassen steht, zeigen wir ihnen den lokalen Bezug zum Thema. Auch in Werdau war es eine Zeit von großen Veränderungen", sagte der 63-Jährige. Das Museum leitet er seit 1993.

Die 28 Schüler der Klasse 7 A hörten gespannt zu, stellen Fragen und konnten sich Modelle von Dampfmaschinen anschauen, die das Museum vorerst für die Nutzung im Unterricht in der Schule lässt. In der "Museumskiste" befinden sich außerdem Sachbücher und ein Mauerziegel aus der historischen Dampfziegelei. Mit dem erworbenen Vorwissen besuchen die Klassen dann im April das Dampfmaschinenmuseum, wo sie einen noch authentischeren Einblick in die Zeit der regionalen Industrialisierung erhalten. Unter anderem können die Schüler die 600 Pferdestärken starke Dampfmaschine bestaunen, die noch immer betriebsbereit ist. Die Exkursion stellt den zweiten Teil des Projekts dar, bei dem auch praktische Experimente nicht zu kurz kommen sollen.

Neben dem Thema "Dampfmaschinen" erfuhren die Schüler auch viel über das Leben im 19. Jahrhundert - zum Beispiel über Krankheiten, gesellschaftliche Veränderungen und Kinderarbeit. Beier und Pagel erklärten, wie die Erfindung der Dampfmaschine und der Grubenbau Werdau zu Wohlstand verholfen haben.

Das Projekt "Museum trifft Schule" entstand über die Bildung im Kulturraum Vogtland -Zwickau und soll vor allem im ländlichen Raum Schülerinnen und Schülern kulturelle Bildungsangebote nahebringen. Die Projektstunden verbinden dabei die Fächer Geschichte, Physik, Kunst und Deutsch. Im März besuchen die beiden Museumsmitarbeiter die Diesterwegoberschule in Werdau.

Am Ende der vier Stunden zeigte sich Lehrerin Sylvia Häußler zufrieden mit ihren Schülern: "Sie haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und gut mitgearbeitet", sagte sie. Damit seien sie für die kommende Exkursion ins Museum bestens gewappnet. Dann geht es um die Fragen: Wozu dienten die Dampfmaschinen? Und: Wie funktionierten diese?


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