Lok-Doktor braucht kein Skalpell

Henry Dölze ist zur Modellbahnschau in Neukirchen am Wochenende ein gefragter Spezialist gewesen. Sämtliche Diagnosen waren richtig.

Neukirchen.

Auf der H0-Modellbahnanlage von Christian Meyer gab es ein Problem. An einem Güterwaggon funktionierte die Kupplung nicht mehr richtig, sodass ein Teil des Zuges immer wieder auf offener Strecke stehengeblieben ist. So wurde der Wagen ein Fall für Lok-Doktor Henry Dölze, der seit zwei Jahren bei den Modellbahnfreunden in Neukirchen Mitglied ist und zu den diesjährigen Hobby- und Modellbauausstellungen des Vereins im Gewerbecenter an der Wiesenstraße seine mobile Werkstatt mitgebracht hatte. "An der Kupplung fehlt lediglich die Feder, allerdings sind auch die Achsen des Waggons nicht mehr ganz taufrisch", stellte der 53-Jährige aus Altenburg schnell eine Diagnose für die eher kleine Reparatur. Die wurde in wenigen Minuten ausgeführt und der Güterwagen konnte mit seinem Zug wieder auf die Reise geschickt werden.

"Solche kleinen Sachen kann ich sofort bewerkstelligen. Größere Reparaturen, für die ich Maschinen brauche, dauern schon etwas länger", sagte Henry Dölze, der in der Skatstadt seit 2009 eine Modellbahnwerkstatt betreibt. Mit dem sogenannten Modellbahnvirus ist er allerdings schon seit seinem fünften Lebensjahr "infiziert". "Inzwischen habe ich zu Hause sechs Modellbahnanlagen stehen, die alle funktionstüchtig sind", sagte der Lok-Doktor", bei dem sich viele Einzelteile sammeln.

So verhalf er bei der Neukirchener Ausstellung einer H0-E-Lok zu neuem Leben, weil in seinem Sammelsurium ein entsprechendes Plastegehäuse vorrätig war. "Generell ist die Ersatzteilfrage für ältere Loks und Waggons bei den Herstellern alles andere als einfach. Also kann ich noch funktionierende nicht mehr gebrauchte Teile auch nicht wegschmeißen", erklärte Henry Dölzig, der am Samstag auch einen schwereren Fall auf dem Tisch hatte. Ein Modellbahner hatte eine in viele Einzelteile zerlegte Dampflok vorbeigebracht. Ein erster Blick stimmte den Altenburger zuversichtlich. "Die wichtigsten Teile sind da, dazu noch einige aus meinen Vorräten, und die Lok kann morgen wieder fahren", sagte der Experte. Schließlich hat der Thüringer bisher noch jede kleine Lokomotive wieder zum Laufen bekommen.

Allerdings kümmert sich Henry Dölzig in Neukirchen nicht nur um die Reparatur stehengebliebener Loks. Anfangs engagierte sich der 53-Jährige für eine Anlage für die Vereinsnachwuchs, den es derzeit aber nicht mehr gibt. Aktuell betreut er eine analoge TT-Anlage, die auf der Ausstellung schienentechnisch mit der digitalen Anlage von Heiko und Nick Krüger verbunden ist.

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