Mit 88 Jahren fit fürs Ehrenamt

Wahlen 2019 - Eduard Spinka tritt wieder für den Gemeinderat Neukirchen an. Der Senior ist immer bestens vorbereitet.

Neukirchen.

Von einem "Urgestein" in der Neukirchener Kommunalpolitik kann man bei Eduard Spinka eigentlich nicht sprechen. Erst seit 1999 sitzt der Senior im Gemeinderat des Ortes. Bürgermeister war damals Hubert Beier. Doch Abgeordnete seines Alters dürften in der hiesigen politischen Landschaft dünn gesät sein. Eduard Spinka ist im Februar 88 Jahre alt geworden.

"Ich bin körperlich und geistig fit. Und solange ich das bin, werde ich mit Sorgfalt meinen Beitrag leisten." Der einstige Umsiedler, der 1952 nach Crimmitschau gekommen war, ist Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke und auch Chef der kleinen Neukirchener Ortsgruppe. Mit fünf Leuten, nicht alle sind Parteimitglieder, treten die Neukirchener für die Wahl in den Gemeinderat am 26. Mai an.

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Eduard Spinka nimmt das Ehrenamt sehr ernst. Sämtliche Beschlussvorlagen arbeitet er im Vorfeld zu Hause akribisch durch. Auch einen mehr als 100 Seiten umfassenden Haushaltsplan. Vieles schaut sich der Senior vor Ort an, spricht mit den Leuten. "Die eigentlichen Rats- und Ausschusssitzungen brauchen die wenigste Zeit", meint er schmunzelnd.

"Herr Spinka wird von der Verwaltung und vom Rat geschätzt und geachtet. Er ist immer bestens vorbereitet", sagt Bürgermeisterin Ines Liebald (CDU). "Was er macht, macht er mit Akribie, und das kommt uns allen zugute", ergänzt CDU-Gemeinderat Michael Hula.

Ehefrau Rosemarie muss öfters mal auf ihn verzichten. "Er lebt für die Kommunalpolitik", sagt die gebürtige Neukirchenerin, die ihren Mann schon als Schülerin kennenlernte und bald 62 Jahre mit ihm verheiratet ist. Eduard Spinka ist gelernter Tischler, Berufsschullehrer, Ingenieur für Holztechnologie und war 20 Jahre lang Leiter der Abteilung Berufsbildung beim damaligen Rat des Kreises. Der Senior steht zu seiner Vergangenheit, auch zur politischen. "Ich bin 1973 in die SED eingetreten, später war es die PDS, heute sind es die Linken."

Um Parteipolitik gehe es im Gemeinderat von Neukirchen glücklicherweise nicht. "Wenn wir streiten, dann um die Sache." Im Dorf mit seinen zwei Ortsteilen Dänkritz und Lauterbach lässt es sich gut leben, ist der fünffache Opa und vierfache Ur-Opa sicher. "Wir leisten uns viele freiwillige Aufgaben, unterstützen die Vereine und die Feuerwehren. Der Neubau der Krippe war ein finanzieller Kraftakt, aber es hat sich gelohnt. Die Kleinen haben auch mit dem unmittelbar benachbarten Kindergarten Bosenhof beste Bedingungen." Lange hatte er gemeinsam mit Bürgermeister Hubert Beier und allen Gemeinderäten um den Erhalt des Schulstandortes gekämpft. Jetzt könne man damit leben, dass im Landschulzentrum die Grundschule sowie die Internationale Oberschule untergebracht sind, auch wenn man für den Besuch für letztere Schulgeld bezahlen müsse. "Was uns leider nicht gelungen ist, ist die Sanierung unseres Schiedelbades. Aber woher sollten wir in den 1990er-Jahren 3 Millionen Mark dafür nehmen", fragt der 88-Jährige und setzt hinzu: "Man kann immer nur so weit gehen, wie das Geld reicht."


CDU stellt die meisten Kandidaten

Für den Gemeinderat Neukirchen stellt die CDU - derzeit mit elf Sitzen stärkste Fraktion - die meisten Kandidaten auf. Insgesamt sind es 14. Darunter neue Gesichter, aber auch "Altbekannte", wie auf Listenplatz 1 CDU-Landtagsmitglied Jan Löffler oder sein Vater Falk Löffler. Neu auf Listenplatz 3 ist unter anderem Kindergartenleiterin Heike Schlegel. Für die Fraktion Die Linke - momentan drei Sitze - stellen sich fünf Bewerber zur Wahl. Neben Eduard Spinka kandidiert erneut Stefan Görner, seit 1976 im Rat aktiv. Die Freie Wählergemeinschaft Neukirchen - derzeit zwei Sitze - geht mit zwei Kandidaten ins Rennen, den gleichen wie 2014: Heiko Cyriack und Christian Meyer.

Für den Ortschaftsrat Dänkritz kandidieren acht Mitglieder der Bürgergemeinschaft. Für den Ortschaftsrat Lauterbach hat die Bürgermeinschaft neun Kandidaten aufgestellt. Bewerber anderer Parteien gibt es nicht. (rdl)

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