Mit dem Rad in 20 Monaten von Alaska bis nach Feuerland

Wenn sich ab 15. März in Crimmitschau die Weltenbummler treffen, gehört erstmals auch Thomas Meixner aus Sachsen- Anhalt zu den Teilnehmern. Der 59-Jährige hat mit dem Rad bereits die ganze Welt erkundet.

Crimmitschau.

Harald Lasch, Organisator des Weltenbummlertreffens, und Thomas Meixner, Teilnehmer an der Veranstaltung, sind sich bisher nicht begegnet. Dennoch verbinden die Männer eine Menge Gemeinsamkeiten. Beide stammen aus Sachsen-Anhalt. Thomas Meixner wohnt noch immer dort, Harald Lasch inzwischen in Crimmitschau. Beide Männer zieht es, wenn es ihre Zeit erlaubt, hinaus in die Ferne, und zwar möglichst weit weg. Und: Beide erkunden mit dem Rad die fremden Regionen und legen Distanzen zurück, von denen andere nur träumen. In wenigen Tagen treffen die Männer erstmals aufeinander. Dabei wird Thomas Meixner von seiner Tour von Alaska bis nach Feuerland berichten und Harald Lasch, der im Vorjahr einmal rund um Australien radelte, gespannt den Ausführungen lauschen.

Zwischen Alaska und Feuerland liegen rund 41.000 Kilometer. Thomas Meixner startete 2013 und legte die Distanz innerhalb von 20 Monaten mit dem Rad zurück. Nicht auf direktem Weg, sondern kreuz und quer durch den Kontinent. Begonnen hat der Extremsportler, der in der Nähe von Dessau wohnt, in Anchorage. Der Grund: Die Stadt in Alaska ist per Flugzeug von Deutschland aus direkt zu erreichen. "Von dort ging es nach Süden, durch das Yukon Territorium auf den Alaska Highway, durch British Columbia bis nach Vancouver am Pazifik. Die Räder rollten weiter in den Osten dieses riesigen Landes", berichtet Thomas Meixner. Dann ging die Fahrt weiter durch die USA. Östlich des Mississippi, den Winter im Nacken, freute er sich auf den Süden, erreichte New Orleans und schließlich Florida. In Südamerika war Caracas die erste Station. "Die Hitze in Venezuela, der feuchte Dschungel im Amazonas, die dünne Luft in Bolivien, all das kostete viel Kraft und vor allem Schweiß."

Einer der Höhepunkte der Reise war für Thomas Meixner die Besteigung des Illimani. Der 6439 Meter hohe Berg ragt vor den Toren der bolivianischen Hauptstadt La Paz in den Himmel. "Auf dem Gipfel stand ich alleine. Ein unbeschreibliches Erlebnis", blickt der 59-Jährige zurück. Es folgten die Länder Argentinien, Paraguay, Uruguay und Chile. Ein weiteres besonderes Erlebnis war schließlich das stürmische Patagonien. "Die Einsamkeit der flachen argentinischen Steppe ist beeindruckend." Dann erreichte er die südlichsten Stadt Argentiniens: Ushuaia. "Von dort aus ging es wieder nach Norden, wo ich etliche Nationalparks in den südlichen Anden besuchte und dann, nach 20 langen Monaten, die Hauptstadt Chiles, Santiago, erreichte. Am Ziel angekommen ging es mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland."

Dabei hat der Abenteurer aus Sachsen-Anhalt, der gelernter Elektroinstallateur ist, ganz bescheiden angefangen. Aufgewachsen in der DDR zog es ihn als Kind mit den Eltern generell nach Mecklenburg. Übernachtet wurde stets im Zelt. Dann entdeckte er seine Vorliebe für das Rad. Die erste Tour auf dem Sattel führte ihn noch zu DDR-Zeiten nach Bulgarien bis an das Schwarze Meer. Mit der Wende kam die Reisefreiheit und kurze Zeit später für Thomas Meixner die Arbeitslosigkeit. Plötzlich hatte er viel Zeit, seinem Hobby nachzugehen. "Meine erste große Tour, die ich gemeinsam mit einem Kumpel unternahm, ging nach der Wende in Richtung Nordafrika. Sie führte durch 13 Länder rund um das westliche Mittelmeer, einschließlich Tunesien, Algerien und Marokko." Drei Monate waren die beiden Männer mit dem Rad unterwegs und legten dabei 10.200 Kilometer zurück. Inzwischen hat Thomas Meixner fast alle Kontinente mit dem Rad bereist. Er fuhr von Denver nach Los Angeles, erkundete auf dem Sattel Australien, radelte quer durch Skandinavien bis zum Nordkap, lernte die Weiten der Mongolei kennen, strampelte quer durch Russland bis nach Wladiwostok, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch immer wieder zog es ihn zurück in seine Heimat. Inzwischen hat der 59-Jährige mehrere Bücher über seine Reisen verfasst und hält bundesweit Vorträge über seine Unternehmungen.

Während Thomas Meixner fast jede Ecke der Welt kennt, war er noch nie in Crimmitschau. "Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für mich eine Premiere", sagt der Extremsportler. Ob er am 17. März zu seinem Vortrag die rund 160 Kilometer zwischen Raguhn und Crimmitschau mit dem Rad zurücklegt, lässt Thomas Meixner offen.

Das Weltenbummlertreffen findet vom 15. bis 24. März im Restaurant "Happy Garden" in Crimmitschau statt. Anmeldungen sind unter Telefon 03762 489893 möglich.


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