Museum trifft Schule

An ihre neuen Rollen müssen sich der Chef des Werdauer Museums und einer seiner Mitarbeiter erst noch gewöhnen. Das Duo ist noch bis Frühjahr an drei Schulen in der Region als Lehrer unterwegs. Warum?

Crimmitschau.

Die ersten fünf Unterrichtsstunden haben Hans-Jürgen Beier, Chef des Werdauer Museums, sowie sein Mitarbeiter Udo Pagel am Dienstag bereits an der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Crimmitschau absolviert. Am gestrigen Donnerstag war das Duo erneut an der Schule zu Gast, wiederum in einer siebenten Klasse. Die Einrichtung ist eine von drei Schulen, die sich an der Aktion "Schule trifft Museum" beteiligen. Dabei dreht sich alles, passend zum bevorstehenden Jahr der Sächsischen Industriekultur, um das Thema "Die industrielle Revolution und die Rolle der Dampfmaschine".

Die Idee ist allerdings nicht neu und wurde bereits 2016 vom Kulturraum ins Leben gerufen. Bisher beteiligten sich an der Aktion innerhalb des Kulturraumes, zu dem neben dem hiesigen Landkreis auch das gesamte Vogtland gehört, zehn Museen. "In diesem Jahr kommen neben dem Spitzenmuseum in Plauen mit uns die ersten beiden technischen Museen hinzu", erklärt Beier. Ziel ist, Jugendlichen die Museen der Region näher zu bringen und zu einem Besuch zu animieren. "Bisher lief das fast immer nach dem gleichen Schema ab. Irgendeine Klasse hat unser Haus besucht, wir haben während einer Führung über die Ausstellung gesprochen, und danach war Schluss. Jetzt geschieht die Wissensvermittlung viel intensiver und auch auf einem höheren Niveau", erklärt Beier. Er und Udo Pagel haben sich seit Wochen auf den Unterricht, der für beide in der Form Neuland ist, vorbereitet. "Das Ganze begann schon im März mit der Erarbeitung eines Lehrkonzeptes und der Zusammenstellung einer Museumsbox. In der Box befinden sich als Ergänzung zum Unterricht diverse Literatur und auch Dampfmaschinenmodelle. Die Box bleibt in den Klassen und wird von den Lehrern auch weiterhin für die Gestaltung des Unterrichtes genutzt", erklärt der Museumschef. Der Vorteil für die Pädagogen: Das Thema industrielle Revolution ist Bestandteil des Lehrplanes für die 7. Klassen.

Neben den beiden Projekttagen in dieser Woche an der Käthe-Kollwitz-Oberschule soll im Dezember ein weiterer im Museum erfolgen, wo die im Unterricht vermittelte Theorie dann auch anschaulich und erlebbar dargestellt wird. "Wir besitzen mehrere mit Dampf angetriebene Großobjekte im Museum. Dazu gehören neben einer Dampflok unter anderem auch ein Dampfhammer und natürlich unsere historische und noch voll funktionsfähige Dampfmaschine. Das gute Stück ist mehr als 100 Jahre alt, verfügt über 600 PS und steht noch an seinem Originalstandort", sagt Beier.

Nach der Käthe-Kollwitz-Schule in Crimmitschau wird das Projekt im Frühjahr fortgesetzt, dann mit den siebenten Klassen an der Diesterweg-Oberschule in Werdau und an der Oberschule Leubnitz.

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