Narrenschiff auf und unter Wasser

Die Mitglieder des Werdauer Faschingsclub stechen in diesem Jahr erneut in See. Bevor die große Fahrt beginnen kann, muss erst noch das passende Fahrzeug her. An dem wird noch gebaut.

Werdau.

Mit dem Bau von Booten kennt sich Manfred Reuter aus, auch wenn er nicht der große Seemann ist. Vor sieben Jahren baute der Werdauer schon die "Santa Maria" nach, das Schiff, mit dem Christoph Kolumbus 1492 in See stach und einen Weg nach Ostasien suchte.

Reuters Nachbau war freilich nicht seetauglich. Er diente als Kulisse für eine Inszenierung der Mitglieder vom Werdauer Faschingsclub (WFC 95). "Die Fregatte war 3,60 Meter lang und 3,20 Meter breit und ein ganz schöner Koloss", sagt Manfred Reuter. Dem nassen Element halten die Narren vom WFC 95 auch in diesem Jahr die Treue und gehen erstmals mit einem U-Boot auf Tauchstation. Der Schiffsbauer heißt wiederum Manfred Reuter. Mit dem Wasserfahrzeug unternehmen die Mitglieder vom Werdauer Faschingsclub morgen erstmals eine Exkursion durch ein Korallenriff. "Das Ganze geschieht nur symbolisch. Aber indirekt spielt das U-Boot eine Hauptrolle und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück", sagt der Bauherr. So robust wie ein echtes U-Boot muss das Wasserfahrzeug der Werdauer nicht sein. "Die geplanten drei Aufführungen übersteht es allemal, selbst mit kleinen Schrammen oder Lackschäden", sagt Reuter. Während der Unterbau aus stabilen Latten und Klötzern besteht, ist die Verkleidung aus Pappe. "Die Bretter werden danach wieder auseinandergeschraubt und wieder verwendet. Da muss man schon etwas kreativ sein, um am Ende Kosten sparen zu können."


Manfred Reuter ist einer der Gründungsmitglieder des Vereins, der vor zwei Jahren sein 20-Jähriges feierte. Von Beginn an ist der Werdauer für die Kulissen verantwortlich. Richtig aktiv wird er jedoch erst dann, wenn das jeweilige Stück geschrieben ist. Der kreative Kopf im rund 40 Mitglieder zählenden Verein ist ein Team von fünf Leuten. Zu ihnen gehört Petra Pfeiffer. "Die ersten Ideen, was wir auf der Bühne zeigen wollen, haben wir bereits nach dem Ende der vorherigen Faschingszeit. Aber so richtig zu Papier gebracht und fertig ist das Stück immer erst gegen Ende des Jahres. Unser Kulissenbauer weiß vorher schon so grob, was uns vorschwebt. So kann er sich auch beizeiten Gedanken machen, wie sich das Ganze kreativ umsetzen lässt", sagt Petra Pfeiffer. Dass Manfred Reuter am Ende nur knapp zwei Monate bleiben, stört ihn weniger. "Ich bin Rentner, habe Zeit und kann jeden Tag ein paar Stunden schrauben, sägen und basteln. Im Laufe der Jahre hat man eine gewisse Routine entwickelt. Da bringt einem nichts mehr so schnell aus der Ruhe", sagt der Senior. Was für ihn zählt, ist der Termin der ersten Aufführung. "Bis dahin bin ich fertig. Es kann bloß sein, dass die Farbe auf dem Schiff noch nicht ganz trocken ist", sagt der Senior und lacht dabei.

Die Aufführungen: 18. Februar, 19 Uhr, 23. Februar, 20 Uhr, 25. Februar, 19 Uhr. Für die ersten beiden Termine gibt es noch Restkarten. Der Kinderfasching und der Kehraus fallen in diesem Jahr aus. Die Veranstaltungen finden in der Werdauer Stadthalle "Pleißental" statt.

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