"Nur das Beste!" gibt Rätsel auf

Was hat ein Dresdener mit Glauchau am Hut? Darauf gibt das Museum im Schloss Hinterglauchau gleich mehrere Antworten.

Glauchau.

Die meisten Glauchauer sind sie schon entlang gefahren: die Paul-Geipel-Straße. Doch wer war dieser Namensgeber? Hat er in der westsächsischen Stadt gelebt und gewirkt? Diese und viele andere Fragen werden derzeit im Museum und in der Kunstsammlung des Schlosses Hinterglauchau beantwortet, wo noch bis zum 15. September die Sonderausstellung "Nur das Beste!" zu sehen ist. Zugegeben. Ein Titel, der Besuchern, die nichts mit dem namhaften Dresdener Pathologen und Kunstsammler etwas anfangen können, eher Rätsel aufgibt.

"Ich habe immer nur das Beste gesucht", soll Paul Geipel in den letzten Jahren seines langen Berufs- und Sammlerlebens gesagt haben. Dass der Mediziner zwischen 1943 und 1957 ausgerechnet dem Glauchauer Museum umfangreiche Schenkungen machte, hat einen einfachen Grund: "Nachdem 1940 ein kommunales Museum im Schloss Hinterglauchau etabliert wird und fortan ständige Ausstellungen stattfinden, entschloss sich Geipel, auch in Erinnerung an seinen kunstliebenden Schwager und Oberbürgermeister Otto Schimmel, zahlreiche Sammlerstücke dem Museum zu übereignen", erklärt Robby Joachim Götze, der seit 33 Jahren im Museum beschäftigt ist. Der Museologe hat sich mit der Vita des Kunstsammlers Geipel beschäftigt, publizierte bereits zum Sammlungsbestand des Museums. Allein der Anteil Geipels sei gigantisch. Dann zählt der Experte auf: So seien über die "Dr.-Paul-Geipel-Stiftung" damals dem Museum 150 Gemälde, 6500 Grafiken, knapp 300 Plastiken und Kleinreliefs, 50 kunsthandwerkliche Objekte, eine fotografische Sammlung, eine aus zahlreichen Bänden bestehende Gelehrtenbibliothek und 2300 Mineralien und Fossilien vermacht worden. Reichlich 400 Bronzen und Bildschnitzwerke sowie 22 Gemälde gelangten Götze zufolge ans Museum der Bildenden Künste in Leipzig.


"Wer diese Sonderausstellung nicht gesehen hat, verpasst etwas", so Museumschefin Wiebke Glöckner, die erst 2018 von der Burg Mildenstein nach Glauchau gewechselt ist. "Das ist die einzige noch existierende bürgerliche Sammlung, die in Dresden im frühen 20. Jahrhundert angelegt wurde." Glöckner legt dem Publikum die anlässlich des 150. Geburtstages des passionierten Sammlers konzipierte Ausstellung wärmstens ans Herz legt. "Besonders Besucher aus Dresden sind von Ausstellung überrascht", sagt Glöckner. Zur Halbzeit der Schau wurden bereits etwa 800 Gäste gezählt.

Um die große Bedeutung der Ausstellung besser herauszustellen, hat Götze in aufwendiger Vorarbeit mit neun Autoren den 224 Seiten umfassenden Begleitband "Die Sammlung Paul Geipel" herausgegeben, der im Museum erhältlich ist.

Folgende Vorträge sind geplant: 17. August, "Paul Geipel. Ein Leben für die Pathologie - eine Pathologie für das Leben" (Caris-Petra Heidel); 21. September, "Von versteinerten Bäumchen und Saurierknochen" (Silvio Brand, Frank Löcse). Beginn jeweils 15 Uhr.

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