Parkgebühren: Werdau bittet Autofahrer nicht mehr zur Kasse

Laut Stadtratsbeschluss muss man künftig nur noch an der Park- scheibe drehen, wenn man sein Fahrzeug in der Innenstadt abstellen möchte.

Werdau.

Kleingeld suchen ist ab sofort nicht mehr nötig, wenn man sein Auto auf dem Markt oder an der Annoncenuhr parken will. Der Werdauer Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung die "Verordnung zur Aufhebung der Verordnung über die Parkgebühren vom Juni 1995" mehrheitlich beschlossen. Will heißen: Die beiden Parkuhren auf dem mittleren Markt und am Platz neben der Annoncenuhr werden nicht mehr in Betrieb gehen.

Das hohe Alter der Geräte wür- de zu steigenden Reparaturkosen führen. Neue anzuschaffen, kostet zirka 5000 Euro pro Gerät, macht die Stadtverwaltung eine Rechnung auf. Im Bereich der Annoncenuhr, wo derzeit die Brücke gebaut wird, müsste dann außerdem noch die Stromversorgung komplett neu verlegt werden, beginnend ab der Übergabestelle der Stadtwerke Werdau. Das sind alles Investitionen, die man sich schenken möchte. "Werdau ist eine der wenigen Städte in Sachsen, die keine Gebühren für das Parken erheben", sagte Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU). Er wertet diesen Schritt als einen weiteren Beitrag zur Belebung der Innenstadt, der auch der Wirtschaftsförderung diene. "Die Einkaufszentren werben aggressiv um die Gunst von Käufern mit kosten- losen Parkplätzen. Die Parkscheinautomaten sowie die Anschaffung weiterer oder die Erhöhung der Gebühren würden sich extrem kontraproduktiv auf die ortsansässigen Geschäfte auswirken."

Ob die Parkscheibe korrekt eingestellt und die Zeit von einer beziehungsweise zwei Stunden nicht überschritten ist, das wird hingegen auf jeden Fall noch durch die Politesse der Stadtverwaltung kontrolliert. "Uns obliegt die Überwachung des ruhenden Verkehrs", sagte der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Florian Kieslich.

2014 hatte die Kommune insgesamt knapp 2500 Ordnungswidrigkeitsverfahren angestrengt. Einnahmen: 27.200 Euro. Vergangenes Jahr waren es 2365 Verfahren mit knapp 27.000 Euro Einnahmen. Kieslich listet auch auf, dass allein auf dem Werdauer Markt zwischen April und Juli 161 Ordnungswidrigkeiten in Sachen Parkzeiten registriert worden sind. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 184.

Der Gewerbeverbund Werdau begrüßt den Wegfall der Parkgebühren. Händler wie Matthias Scheibner am unteren Markt weisen auch mit Schildern ihre Kunden auf den Umstand des kostenfreien Parkens für eine Stunde hin.


Eine Stunde oder zwei frei

Die Abschaffung der Gebühren fürs Parken ist eine weitere Maßnahme, die sich in die Umgestaltung der Innenstadt und des Marktes einreiht.

Im Februar hatte der Stadtrat nach einer Testphase und der Befragung von Anwohnern und Gewerbetreibenden bereits die veränderte Verkehrsführung auf dem Markt beschlossen. Hierbei wurde auch festgelegt, die Anzahl der Stellplätze durch eine neue Parkzone zwischen dem Ärztehaus und der Sparkasse zu erhöhen.

Rund um den Marktspiegel kann eine Stunde kostenfrei geparkt werden. In der Kleinen Burgstraße, die nach der Entfernung von Pollern beidseitig befahrbar ist, dürfen Autofahrer auf beiden Seiten für zwei Stunden kostenfrei stehen.

Sämtliche Stellflächen abseits des Marktes sind ebenfalls kostenfrei nutzbar. (rdl)

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