Plattenbauten verschwinden aus Zentrum

Der Abriss von Wohn- und Geschäftshäusern in Crimmitschau kostet rund 750.000 Euro. Was hat die Stadt mit den Freiflächen in bester Lage vor?

Crimmitschau.

Für Abrissunternehmen gibt es momentan viel Arbeit in Crimmitschau: Im Frühjahr wurde ein Komplex an der Friedrich-Engels-Straße abgerissen. Bis zum Herbst verschwindet die Industriebrache an der Petersstraße. Nun bereitet die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG) den Abriss der Plattenbauten im Stadtzentrum vor.

Dafür liegt mittlerweile ein konkreter Zeitplan vor: Der Abbruch der Häuser am Mannichswalder Platz 1, 1 a, 2 und 3 ist im vierten Quartal 2018 geplant. Im ersten Halbjahr 2019 soll es an den Gebäuden an der östlichen Leipziger Straße weitergehen. Dabei handelt es sich um die Häuser an der Leipziger Straße 10 bis 24 (gerade Hausnummern) und das Gebäude an der Jahnstraße 1. Zudem verschwindet das Wohn- und Geschäftshaus an der Badergasse 12 aus dem Stadtbild.

In den genannten CWG-Immobilien befinden sich 141 Wohnungen und Gewerberäume, teilt der Großvermieter mit. Die Kosten für den Abriss werden auf rund 750.000 Euro beziffert. Bund und Freistaat unterstützen den Rückbau mit Fördermitteln. Die Planungen und Ausschreibungen werden von einem Ingenieurbüro aus Zwickau vorbereitet. Mit dem Unternehmen hat die CWG bereits beim Abriss an der Karl-Liebknecht-Straße zusammengearbeitet. "Einem Großteil der Mieter konnten wir attraktiven und sanierten Alternativwohnraum zur Verfügung stellen", sagt Marketingmanagerin Julia Heidel.

In den Häusern, die nun aus dem Stadtbild verschwinden sollen, befindet sich auch das Domizil von verschiedenen Vereinen. Die Mitglieder müssen die Umzugskartons packen - allerdings mit unterschiedlichen Perspektiven. Das Kreativzentrum zieht in neue Räume, die sich Am Mühlgraben 1 befinden. Dort steht nach Angaben von Anke Jahn, Vorsitzende des Trägervereins, mehr Platz für kreative und künstlerische Projekte zur Verfügung. Im September sollen sich erstmals die Türen des neuen Domizils für Besucher öffnen. Dagegen ist die Zukunft des Vereins "Rat und Tat", der bisher Räume mit einer Gesamtfläche von 57 Quadratmetern am Mannichswalder Platz nutzt, noch ungewiss. Zuletzt wurde ein Objekt an der Leipziger Straße 11 vorgeschlagen. Bisher fehlen aber ein Vertrag und ein konkreter Termin für den Umzug. "Wir rufen wöchentlich bei der Bearbeiterin im CWG-Büro an und erhalten die Auskunft, dass es bei der pünktlichen Bereitstellung der Räumlichkeiten keine Probleme geben wird", sagt die Vereinsvorsitzende Birgit Riese. Rund 30 Frauen und Männer nutzen monatlich die Beratungsangebote von "Rat und Tat".

Für die Flächen, die frei werden, gibt es im Rathaus in Crimmitschau bereits Ideen. Auf den Grundstücken, die sich östlich der Leipziger Straße befinden, soll ein Parkplatz entstehen. Dadurch kann, hofft die Stadt, die Parkplatzsituation bei Veranstaltungen im Theater entspannt werden. Besucher müssten auf dem Weg vom Parkplatz in das Theater nur die Jahnstraße überqueren. Dagegen schafft der Freiraum zwischen Leipziger Straße und Jakobsgassen Gestaltungsmöglichkeiten bei der angedachten Umgestaltung des Mannichswalder Platzes.

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3Kommentare
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  • 1
    1
    Interessierte
    05.08.2018

    Wenn hier Parkplätze in der innersten Innenstadt entstehen sollen ..............
    In Chemnitz ist das genau anders herum , da wurde ein riesengroßer ´PP und Festplatz` aufgewühlt , um zu pudeln und dann mit Mühe und Not neu bebaut , damit man nicht mehr ´durch` die gesamte Stadt gucken kann , wie es in anderen West-Städten möglich ist ...
    Und jetzt werden immer noch bzw. wieder weitere bebaumte Parkplätze vernichte , weil das ´sogenannte` Filetstücke zum bebauen sind , obwohl die Bäume selbst Filet genug sind ...

  • 2
    1
    aussaugerges
    04.08.2018

    Es ist einfach verbrecherisch solche Sozialwohnungen abzureisen.
    Nur weil Massen von Arschitekten und Imobilienhaie auf Supergewinne hoffen.
    In mir ist ein regelrechter H..auf diesen barbarischen Kapitalismus entstanden.

    Es gibt ja auf den m2 150 Euro für diese DDR Bauten.

  • 1
    3
    Interessierte
    02.08.2018

    Ich kenne Werdau nicht , aber verstehen tut man das nicht , wo Wohnungen im Stadtkern Kaufkraft bringen , aber Parkplätze sind immer gut ....
    Anderswo hatte man sie abgerissen und anschließend bißchen anders ´neu` gebaut ; und jetzt fällt man sogar uralte Bäume , um teure Innenstadtwohnungen zu bauen , damit man an Kaufkraft gewinnt .....



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