Prinzessin macht Besuch zum Erlebnis

Sarah-Louise Hetzel will den Naturlehrpfad im Werdauer Wald in einen Erlebnispfad umgestalten. Dabei sind auch die Ideen der Erholungssuchenden gefragt.

Steinpleis.

Sarah-Louise Hetzel ist eine Prinzessin. Die lassen auch gern einmal andere für sich arbeiten. Bei der 26-Jährigen ist das anderes. Sie ist die sächsische Waldprinzessin und macht sich in der Natur auch gern die Finger schmutzig. Sarah-Louise Hetzel ist die erste junge Frau, die im Freistaat als Prinzessin das Ehrenamt ausüben darf und teilt sich die Funktion mit Waldkönigin Maria I. Jetzt will sie ihre Liebe zur Natur mit ihrem künftigen Beruf verbinden. Die 26-Jährige studiert in Erfurt Forstwirtschaft und schreibt derzeit ihre Bachelor-Arbeit. In der spielt der Werdauer Wald eine wichtige Rolle. "Da ich aus Steinpleis komme, habe ich zum Sachsenforst in Plauen Kontakt aufgenommen und mich nach einem Projekt in der Region erkundigt. Dabei kamen wir auch auf den Naturlehrpfad zu sprechen", sagt die Studentin.

Der Naturpfad durch den Werdauer Wald, der in Nähe des Rohrteiches beginnt und bis zur Weidmannsruh führt, ist knapp sechs Kilometer lang und wurde 1997 angelegt. Entlang der Strecke wurden einst 16 Informationstafeln aufgestellt. "Davon sind nur noch zehn erhalten. Die sind teilweise beschädigt, und die Gestaltung nicht mehr zeitgemäß. Die Texte sind zu lang und die Tafeln mit Informationen überhäuft", sagt die 26-Jährige. Das soll keine Kritik an denjenigen sein, die die Texte und Tafel einst entwarfen. "Für die damalige Zeit war das in Ordnung. Heute würde man das anderes machen, und genau das will ich tun." Die Steinpleiserin will den Lehrpfad in einen Erlebnispfad umgestalten. Dabei sollen im Vorfeld die Waldbesucher ein Wörtchen mitreden können. "Ich habe einen Fragenkatalog erstellt, der online abrufbar ist. Dabei können die Bürger unter anderem ihre Meinung zum Ist-Zustand kundtun beziehungsweise ihre Wünsche und Vorstellungen äußern." Was der jungen Frau wichtig ist: Besonders Schulklassen sind um ihre Meinung gefragt. "Der Staatsforst hat auch einen Bildungsauftrag. Wir wollen Wissen rund um das Thema Wald vermitteln. Dabei interessiert uns, was für Kinder und Jugendliche von Interesse ist und wo es Informationsbedarf gibt", sagt Sarah-Louise Hetzel. Die Onlinebefragung läuft bis Mitte Oktober, danach will die Studentin die Antworten auswerten und ein Konzept für die künftige Neugestaltung des Pfades durch den Werdauer Wald erstellen. Das Konzept ist Bestandteil ihrer Bachelor-Arbeit. "Ich erfülle nur den ersten Teil. Die Umsetzung des Vorhabens ist dann nicht mehr meine Aufgabe."

Ganz erledigt hat sich das Projekt damit allerdings noch nicht. Sarah-Louise Hetzel möchte nach dem Abschluss ihres Studiums gern ein Forstrevier übernehmen. Ob das in Sachsen oder in Thüringen ist, ist unklar. "Wo eine Stelle frei ist." Und irgendwann will sie auch im Werdauer Wald nachschauen, was aus ihren Vorschlägen geworden ist. "Egal wo es mich hin verschlägt. Meine Eltern wohnen in Steinpleis, und die werde ich auch künftig besuchen. Ich halte also der Region die Treue."

Ihre Tage als Waldprinzessin sind jedoch gezählt. Die Regentenzeit hätte vor ein paar Tage zum Waldtag, der alljährlich auf dem Holzplatz in Langenbernsdorf stattfindet, geendet. Die Veranstaltung fiel aufgrund der Pandemie aus. Somit darf die 26-Jährige vorerst weiter regieren, im Forst den Ton angeben und zeigen, wo es lang geht - nicht nur auf dem Naturlehrpfad.

 

https://www.soscisurvey.de/ naturlehrpfadwerdau

 

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