Rathauschef setzt weiter auf flache Hierarchien

Die Stadt hat viel Geld für eine Untersuchung ausgegeben, die Vorschläge für eine bessere Struktur des Amtes geben sollte. Ein Hinweis der Experten wird nicht umgesetzt.

Crimmitschau.

Im Rathaus von Crimmitschau soll auf die Zusammenlegung von Fachbereichen verzichtet werden. Die Verwaltungsarbeit wird weiter auf sieben Fachbereiche und das Oberbürgermeister-Büro aufgeteilt. "Wir wollen die flachen Hierarchien, die sich bewährt haben, vorerst beibehalten", sagt Oberbürgermeister André Raphael (parteilos) auf Anfrage der "Freien Presse" zu dem Thema.

Ein Blick zurück: Im Dezember 2014 hat der Stadtrat - trotz der Gegenstimmen von den Linken und der SPD - eine Organisationsuntersuchung im Rathaus in Auftrag gegeben. Dafür mussten 112.000 Euro ausgegeben werden. Mitarbeiter eines Unternehmens aus Berlin haben auf 118 Seiten verschiedene Vorschläge für die Optimierung der Abläufe im Rathaus zusammengefasst. Der damalige Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) informierte im Mai 2016 über verschiedene Ergebnisse. Ein zentraler Punkt aus Sicht der Experten: Sie favorisierten die Bildung von drei Geschäftsbereichen. Unter anderem sollte sich ein Fachbereich um die Innere Verwaltung und die Finanzen kümmern. Zudem war die Zusammenlegung der Fachbereiche für Bildung, Ordnung und Öffentliche Sicherheit sowie Kultur-, Sport- und Freizeitstätten angedacht. Im Fachbereich Bau hätte es keine größeren Veränderungen gegeben. André Raphael schließt nicht aus, dass die (teuren) Vorschläge später noch einmal ein Thema werden. "Wir haben das Gutachten weiter im Kopf. Möglicherweise wird es später einmal auf die angedachte Struktur hinauslaufen", sagt der Oberbürgermeister, der seit August 2017 auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt.

Momentan muss André Raphael im Personalbereich erst einmal akute Probleme klären. Dazu gehört die Besetzung des vakanten Chefpostens im Fachbereich für Innere Verwaltung und Informationstechnik. Der Stadtrat hat in einer nicht öffentlichen Sitzung eine Personalentscheidung getroffen. Der neue Fachbereichsleiter müsse erst noch Details mit seinem aktuellen Arbeitgeber klären, bevor sein Name den Medien mitgeteilt wird, heißt es aus der Stadtverwaltung. Nach der Trennung von Pressesprecherin Uta Pleißner kommt es zu einer Umstrukturierung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Aufgabe der Pressesprecherin hat Andrea Beres, die sich um Wirtschaftsförderung und Tourismus kümmert, mit übernommen. Damit wird ein Beispiel aus der Stadt Werdau kopiert, wo André Kleber für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zuständig ist.

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