Reha-Rad wird von Spezialisten flott gemacht

Eine Firma aus Fraureuth trägt mit ihrem Know-how dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen ihre Therapie trotz körperlicher Einschränkungen aktiv im Sattel bewältigen können.

Fraureuth/Flöha.

Von einer Radtour träumen. Bei den aktuellen Temperaturen denkt daran wohl keiner - sollte es aber. Die Mitglieder des Lionsclubs Flöha/Augustusburg tun es. Sie möchten mit einem Therapiefahrrad einem Menschen mit Behinderung den Weg durchs Leben erleichtern. Für ihr aktuelles Projekt stellten die Lions jetzt die Weichen. Ein Fraureuther Unternehmen leistet wertvolle Unterstützung.

Angeschafft worden war das dreirädrige Gefährt für Toni Puschke. Für den Leubsdorfer, spastisch gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen, war es ein Geschenk zum 14. Geburtstag. Der Anschaffungspreis von 7500 Euro wurde 2011 in einer Spendenaktion gesammelt. Eine Weile war Toni mit dem Rad unterwegs. "Ich habe ein paar schöne Touren mit meinem Vater gemacht", sagt er. Nach einem längeren Therapieaufenthalt hatte Toni dann große Mühe mit dem Fahrrad, sodass es stehen blieb. "Ich bin längere Zeit nicht gefahren, und umso schwerer wurde der Wiedereinstieg. Toni Puschke benötigt das Fahrrad nicht mehr und gab es deshalb an die Lions zurück. Dort blieb das Rad mit Elektroantrieb nur kurz.


Nach sieben Jahren - in denen es fünf Jahre genutzt wurde - waren Spezialisten gefragt. Die sind in Fraureuth zu finden. Im Reha-Rad-Centrum wurden im Januar die Bremsen gewartet, Beläge erneuert, Kette und Schaltung überprüft.

"Jetzt suchen wir einen neuen Besitzer", sagt Werner Sieber, Sekretär des Lionsclubs Flöha/Augustusburg. Dann könne man das Versprechen einlösen, das der Club beim Weihnachtskonzert in der Augustusburger Stadtkirche den gut 350 Besuchern gegeben hatte. "Wir hatten dort versprochen, dass wir den Erlös des Benefizkonzertes für den Umbau des Reha-Rades einsetzen", so Werner Sieber. Ist ein neuer Besitzer gefunden, kann das auch geschehen.

Das Fahrrad eignet sich für Menschen mit Querschnittslähmung, Gleichgewichtsstörungen, oder die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Es läuft sicher und stabil und sei durch seine niedrige Sitzhöhe leichter zu fahren, sagt Dörte Krampitz, Geschäftsführerin des Reha-Rad-Centrums Fraureuth. "Gefahren werden kann es von Personen ab 1,50 Meter Körpergröße bis 100 Kilogramm Gewicht. Es sei für Kinder ab zwölf Jahre geeignet. Die Fraureuther werden das Rad den speziellen gesundheitlichen Einschränkungen seines neuen Fahrers anpassen. Dörte Krampitz: "Wir haben inzwischen bereits elf Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet. Der neue Besitzer wird bei einer Probefahrt bei uns in Fraureuth selbstverständlich genau eingewiesen." (mit mbe)

www.reharad.de

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