Restauratoren legen Ornamente frei

Die Deckenbemalung in der Kirche von Lauterbach soll bald wieder in alter Schönheit erstrahlen. Interessierte dürfen gern schauen und fragen.

Lauterbach.

Die im 19. Jahrhundert in einem Grauton übermalte Holzdecke im Lauterbacher Gotteshaus erhält jetzt ihre frühere Farbigkeit zurück. Dafür sorgen seit einigen Tagen die Restauratoren Jürgen Höll und Hans-Jörg Brasche aus dem Vogtland. Die Ornamentik in rötlichen und bläulichen Farben wird so nach und nach wieder sichtbar gemacht. Dafür arbeiten die Experten, die auf einem Gerüst stehen, das über den Emporen verläuft, über Kopf. Die Gottesdienste in der Kirche werden durch diese Lösung von den Restaurierungsarbeiten nicht beeinträchtigt.

"Wir holen die Ornamente wieder hervor. Ergänzt wird nichts", versichert Hans-Jörg Brasche, der schon in 98 Gotteshäusern in der näheren und weiteren Umgebung gewirkt hat. Im Vorfeld hatte der Restaurator umfangreiche Farbuntersuchungen an der Kiefernholzdecke gemacht.

Vor rund zehn Jahren war der Lengenfelder schon einmal in der Lauterbacher Kirche. Damals wurde die Decke von ihm bereits in einem kleinen Bereich an der Orgel restauriert. So wie dort, soll bald der gesamte Bereich aussehen. "Wir werden einige Monate zu tun haben", sagen die Fachmänner, die sich darauf freuen, dass ihnen Interessierte Fragen zu ihrer Arbeit stellen. "So etwas muss sogar sein. Daran zeigt sich die Beziehung der Lauterbacher zu ihrem Gotteshaus", sind sich die Restauratoren einig.

Und dass diese gut ist, beweist auch die Spendenfreudigkeit. Die Kirchgemeinde, die 275 Glieder hat, muss noch einen Eigenanteil von 13.000 Euro für die gegenwärtigen Restaurationsarbeiten aufbringen. Bereits im Vorfeld wurde dafür eine Spendeaktion ins Leben gerufen, berichtet Elke Franke, Verwaltungsangestellte im Kantorat in Neukirchen. Jeder, der das Projekt unterstützen möchte, kann für 50 Euro die Patenschaft über ein zu restaurierendes Deckenfeld übernehmen, gern natürlich auch über mehrere.

Außerdem werden die Arbeiten in der Dorfkirche dank eines privaten Vermächtnisses von Anette Ursula Schmidt möglich. Auch Denkmalfördermittel über den Freistaat Sachsen gibt es für das Freilegen der alten Deckenbemalung.


Steinpleiser gestaltete Decke

Die Decke des Lauterbacher Gotteshauses hat der Steinpleiser Maler Samuel Fuchs im Jahr 1647 farbenfroh und dem Zeitgeschmack entsprechend ausgemalt. Im Laufe der Jahrhundert wurden die Ornamente von dicken Farbschichten überdeckt. Auch der dunkelblaue Sternenhimmel über dem Altar verschwand.

Die im romanischen Stil erbaute Kirche in Lauterbach stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde mehrfach umgebaut. Der Kirchturm wurde nach einem Brand 1630 völlig zerstört und erst im Jahr 1840 wieder errichtet. (rdl)

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