Rund um den Sachsenring: Das war 2018

Der Motorsport in der Region bringt jedes Jahr neue Rekorde und neue Episoden hervor. Ein kleiner Jahresrückblick.

Trauer: In Katar stand der erste Motorrad Grand Prix auf dem Programm. Neben der Vorfreude stieg auch die Freude auf ein Wieder- sehen mit TV-Experten Ralf Waldmann. Doch wenige Tage zuvor erreichte uns alle die traurige Nachricht von seinem viel zu frühen Tod. Waldmann wurde nur 51Jahre alt. Noch im November 2017 hatte er in einem Interview die permanent in der Kritik stehende Kurve 11 des Sachsenrings verteidigt.

Waldmann-Kurve: So stand auch die erste Großveranstaltung auf dem Sachsenring, die ADAC Classic, unter dem Eindruck seines Todes. In Andenken an Waldmanns Einsatz für den GP in Hohenstein-Ernstthal erhielt die K 11 dank einer Gemeinschaftsaktion des ADAC Sachsen und der SRM den Namen Ralf-Waldmann-Kurve.

Rekordjagd: Das Highlight am "Ring" war natürlich wieder der Motorrad Grand Prix von Deutschland. Seit 1998 wird dieser auf dem neuen Sachsenring ausgetragen. Das 20-jährige Jubiläum des GP-Comebacks wurde allerdings eher still bis gar nicht gefeiert. Vielleicht auch, weil sich der GP mal wieder in Turbulenzen befand. Wie dem auch sei, stand er wieder im Zeichen des Spaniers Marc Marquez. Der derzeitige Krösus gewann hier 2010 erstmals und ist seitdem ungeschlagen. Nach seinen Triumphen 2011 und 2012 in der Moto2 hieß ab 2013 auch in der MotoGP der Sieger Jahr für Jahr Marquez. Demzufolge hat er neun seiner 70 bisherigen GP-Siege auf dem Sachsenring eingefahren: so viele wie auf keiner anderen Rennstrecke. Somit scheint es absehbar, wann er den Rekordhalter an Sachsenring-Siegen, Giacomo Agostini (elf Siege), überholt hat.

Publikums-Liebling: Gute Erinnerungen an den Sachsenring 2018 dürfte auch der Publikumsliebling schlechthin, Valentino Rossi, haben. Der neunmalige Weltmeister konnte in diesem Jahr seinen 115 Grand-Prix-Siegen zwar keinen weiteren hinzufügen, doch stand er in Hohenstein-Ernstthal als Zweiter auf dem Podest und wurde WM-Dritter.

Dauerbrenner: Übrigens ist Rossi auch der Fahrer mit der längsten Zeitspanne, die zwischen seinem ersten und letzten GP-Sieg vergangen ist. Am 18. August 1996 gewann er in Brünn in der Klasse bis 125 ccm seinen ersten und am 25. Juni 2017 in Assen seinen bisher letzten GP. Dazwischen liegen 20 Jahre und 311 Tage. Damit führt er auch diese Statistik vor seinem Landsmann Loris Capirossi und Angel Nieto an. Der Spanier gewann 1969 auf dem (alten) Sachsenring sein erstes WM-Rennen und 1985 sein letztes.

Abtritt: Bevor die Motorräder die Atmosphäre über dem Sachsenring füllten, verkündete ein kleiner, großer des Rennsports, der Spanier Dani Pedrosa, am Donnerstag vor dem GP seinen Rücktritt. Dass dies am Sachsenring geschah, war sicher der Situation geschuldet, doch auch er hat eine besondere Bindung zur sächsischen Berg- und Talbahn, denn mit sechs GP-Siegen erzielte er hier nach Valencia die zweitmeisten seiner insgesamt 54.

Helfer: Damit auf der Strecke alles rund läuft, sind eine Menge Helfer nötig. Diese sind überwiegend Enthusiasten, bei denen der Verdienst zweitrangig ist. Beispielgebend ist dafür eine siebenköpfige Truppe aus Frankreich rund um den Elsässer Fabien Bieth, die beim Motorrad-Grand-Prix schon zum vierten Mal die Flaggen schwenkte und Verunglückte aus dem Kiesbett barg. Auch aus Ungarn kamen Helfer, die vier Sportfreunde Eva, Kati, Istvan und Gergö, die hier beim ADAC GT Masters im September erstmals als Streckenmarshals Dienst taten.

Heimspiel: Nach zwei Auftritten als Wild-Card-Pilot auf dem Sachsenring in der Klasse Moto3 2014 und 2015 kam der Oberlungwitzer Maximilian Kappler auch in diesem Jahr im Rahmen des Grand Prix zu einem "Heimspiel". Im Rahmen der Supersport-300-Klasse wurde er Dritter.

Titelträger: In diesem Jahr holten der Hohenstein-Ernstthaler Max Enderlein und Uwe Neubert aus St. Egidien gleich zwei nationale Motorrad-Titel in die Region, die beide bis zum Schluss am seidenen Faden hingen. Max Enderlein hatte die Supersport-IDM geradezu dominiert, doch beim vorletzten Saisonrennen brach er sich das Schlüsselbein, sodass sein Punktepolster schmolz. Beim Finale in Hockenheim war er zwar alles andere als fit, doch da seine Kontrahenten patzten und er selbst die maximal mögliche Punktzahl erreichte, durfte er sich doch noch über den Meisterpokal freuen.

Uwe Neubert war als Seitenwagen-Beifahrer zusammen mit dem Bayern Sepp Sattler ähnlich dominierend, doch Konkurrenten protestierten gegen einen vermeintlich technischen Regelverstoß des Duos: aufgrund des nicht eindeutigen Reglements sogar erfolgreich, sodass auch ihr sich anbahnender Titel noch einmal in weite Ferne rückte. Hier musste der Fahrer aufgrund eines Infektes arg geschwächt zum Showdown antreten, doch schlussendlich war auch dieser Kampf von Erfolg gekrönt.

Kühlwasser-Aktion: Mit anderen Problemen bekam es Kevin Krumbholz aus Oberlungwitz bei seinem Finale zu tun. Beim Enduro-Saisonhöhepunkt "Rund um Zschapau", bei dem er im dritten Anlauf zumindest einmal die Zielflagge sehen wollte, streikte erneut die Technik. Den Kühlwasserverlust mit Eigenurin auszugleichen, brachte allerdings nur kurz Abhilfe, sodass er in diesem Jahr hier nach wie vor eine Rechnung offen hat.

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