S-Bahn-Halt an der Talsperre ist noch nicht vom Tisch

Der Tunnel im Bereich der Kober wird erneuert. Dazu ist eine Vollsperrung der Bahnstrecke notwendig. Wird dabei gleich eine Haltestelle für die S-Bahn mit errichtet?

Langenhessen.

Mit Bekanntwerden der Pläne, dass in vier Jahren der mehr als 170 Jahre alte Tunnel in Langenhessen erneuert werden soll, wird auch ein anderes Projekt wieder aktuell: Der Vorschlag vom Bau einer neuen Haltestelle für die S-Bahn im Bereich des Koberbachcentrums. Deren Bau könnte zeitgleich mit dem des Tunnels realisiert werden, zumal dafür eine Sperrung der Strecke notwendig ist.

Mit der Idee eines zusätzlichen Haltes sorgten Sören Kristensen und Anselm Meyer im Dezember 2013, wenige Tage nach Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes, für reichlich Gesprächsstoff. Kristensen war zu dem Zeitpunkt noch Ortsvorsteher von Langenhessen und Meyer Pfarrer in Langenbernsdorf. Unterstützung kam vom Langenbernsdorfer Bürgermeister, Frank Rose (parteilos). Die Kommune versprach sich von dem Halt eine bessere Anbindung an das Nahverkehrsnetz. Positive Resonanz fand die Idee in der Bürgerschaft. 2016 wurde das Vorhaben in den Nahverkehrsplan Chemnitz/Zwickau aufgenommen. Umgesetzt wurde das Projekt bis heute nicht.


Für Sören Kristensen (Unabhängige Liste), seit wenigen Wochen Oberbürgermeister von Werdau, hat das Vorhaben nichts an Bedeutung verloren, auch wenn es für ihn keine Priorität genießt. "Am Abzweig Langenhessen halten mehrere Buslinien, die von Nord nach Süd und Ost nach West verkehren. Diese mit der Bahn zu verkoppeln, wäre nach wie vor sinnvoll und ein Beitrag dazu, den Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Außerdem wäre das Naherholungsgebiet Koberbachtalsperre besser erreichbar. Am Koberbachcentrum sind rund 200 Parkplätze vorhanden, die von Pendlern, die auf die Bahn umsteigen, genutzt werden könnten" erklärt Kristensen die Vorzüge eines zusätzlichen Haltes in dem Bereich. Was für ihn derzeit viel wichtiger ist, ist ein störungsfreier Fahrbetrieb auf der S-Bahnstrecke zwischen Zwickau und Leipzig. "In den zurückliegenden Jahren kam es immer wieder zu Unterbrechungen auf der Strecke, weil irgendwo gebaut wurde. Wenn man zwischendurch immer wieder auf den Bus umsteigen muss, ist das nervenraubend. Damit verliert die S-Bahn an Attraktivität", sagt Kristensen. Er spricht dabei aus eigener Erfahrung. Bis zu seinem Wechsel ins Rathaus war er als Geschäftsführer einer europaweit agierenden Umzugsfirma aktiv. Auf dem Weg zu seinen Kunden nutzte Kristensen häufig auch die öffentlichen Verkehrsmittel und dabei besonders die S-Bahn.

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