Sanierung: Ämter ziehen um

Ab Mitte dieses Jahres stellen Handwerker das Verwaltungsgebäude des Landkreises in Werdau auf den Kopf. Für mehr als 5 Millionen Euro wird dort saniert.

Werdau.

In wenigen Wochen packen rund 120 Mitarbeiter unter anderem des Umweltamtes und des Veterinäramtes im Verwaltungsgebäude, Zum Sternplatz 7 in Werdau, ihre Sachen. Sie ziehen nach Zwickau-Eckersbach, wo wiederum den Beschäftigten des Vermessungsamtes ein Umzug in das Landkreisgebäude nach Glauchau bevorsteht, wo sie dauerhaft arbeiten werden.

Grund dafür sind umfangreiche Sanierungsarbeiten in Werdau, für die am Dienstagnachmittag Frank Pfeil, CDU-Staatssekretär des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, den Fördermittelbescheid aus dem Programm "Brücken in die Zukunft" über fast 4 Millionen Euro überreichte. Die erste Beigeordnete im Landratsamt, Angelika Hölzel, betonte, dass sich der Landkreis auch die Sanierung seiner Verwaltungsgebäude in Zwickau, Werdau, Glauchau, Hohenstein-Ernstthal und Limbach-Oberfrohna vorgenommen habe. Knapp 19 Millionen Euro investiere man insgesamt dafür. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Behörde in Glauchau auf Vordermann gebracht.

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In Werdau stehen Bauarbeiten mit einem Investitionsvolumen von 5,3 Millionen Euro an. Wie Sylvina Schwarzenberger, Amtsleiterin für zentrales Immobilienmanagement im Landratsamt, ausführte, müsse der Gebäudekomplex grundlegend erneuert werden. Unter anderem werden sämtliche aktuelle Belange des Brandschutzes Beachtung finden. Außerdem werde die Behörde nach Beendigung aller Arbeiten im Jahr 2021 komplett behindertengerecht sein. "Unter anderem muss auch die veraltete Heiztechnik erneuert werden, ebenso wie die Elektrik, die Sanitäranlagen und Voraussetzungen für moderne Medien geschaffen werden." Da der Komplex unter Denkmalschutz steht, werden historische Elemente wie Handläufe oder Fliesen erhalten. Am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes direkt an der Bundesstraße 175 ändert sich hingegen nicht viel. Die Fassade wird lediglich ausgebessert.


Vom Gefängnis zum Verwaltungssitz

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble Zum Sternplatz 7 in Werdau besteht aus drei Gebäudeteilen, dem ehemaligen Gefängnisgebäude im Hofbereich, einem Verbindungsbau und dem Hauptgebäude.

Bereits 1839 wurde das erste Gebäude errichtet, das dann, als Werdau auch ein Gericht hatte, als Gefängnis genutzt wurde. Der erste Landrat des neuen Landkreises nach der politischen Wende, Georg Hamburger (CDU), hatte hier seinen Sitz. Außerdem wurde es für Ausschusssitzungen genutzt. In den 1990er-Jahren wurden die Gebäude nach damaligen Anforderungen saniert. Der Komplex überstand jede Kreisreform und blieb Verwaltungsgebäude. (rdl)

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