Schaf wirbt für die Tuchfabrik

In Crimmitschau hat die Suche nach einem spanischen Vornamen und Sponsoren begonnen. Die Auswahl des Patentieres hat einen guten Grund.

Crimmitschau.

Die Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau hat jetzt ein Maskottchen: ein Schaf. Und das ist bereits im Dauereinsatz. In der vorigen Woche stand es bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin. Am heutigen Freitag und am morgigen Samstag folgt ein Besuch bei einer Fremdenverkehrsmesse im tschechischen Jablonec. Dort präsentiert sich die Tourismusregion Zwickau. Das Ziel ist klar: Mit dem 23 Zentimeter hohen und 30 Zentimeter langen Schaf-Maskottchen soll die Werbetrommel für die Landesausstellung gerührt werden, die 2010 auch in der Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau stattfindet. "Wir konnten zur ITB in Berlin viele Interessenten auf unser Museum aufmerksam machen. Ich musste zwischenzeitlich aufpassen, dass unser Schaf nicht mitgenommen wird", sagte Museumsleiterin Jana Kämpfe. Sie ist - gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Marion Kaiser - auf das Schaf gekommen.

Dafür gibt es bei einem Blick in die Geschichte der Textilindustrie in Crimmitschau einen guten Grund, der zuletzt aber nur selten beleuchtet wurde. Textilfabrikant David Friedrich Oehler (1725 bis 1797), der in seinem Unternehmen circa 500Weber und Färber beschäftigt hatte, befasste sich auch mit der Schafzucht. Er besaß seit 1764 mit dem Gut im heutigen Ortsteil Frankenhausen eines der größten Rittergüter. Dort begann David Friedrich Oehler eine Merinoschafzucht - als Rohstoffquelle für die Streichgarnspinnerei. "Er hat sich damals intensiv mit der Schafzucht beschäftigt, um auf Wolle in einer perfekten Qualität zurückgreifen zu können", sagte Jana Kämpfe.

Die Herkunft der Schafe, die im Hochmittelalter nach Spanien gelangten und sich wegen ihrer begehrten Wolle einer großen Beliebtheit erfreuten, soll nun auch bei der Suche nach einem passenden Namen für das Wahrzeichen der Tuchfabrik und der Landesausstellung eine Rolle spielen. "Wir suchen einen spanischen Mädchennamen", sagte Kämpfe und hat selbst schon einen Favoriten: Sofia. Wichtig sei, dass der Name des Maskottchens auch für Kinder leicht aussprechbar sein soll. Das Tier spiele auch in der Museumspädagogik eine große Rolle.

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Momentan ist das Schaf-Maskottchen vor allem als Werbeträger gefragt. Neben der Präsenta- tion auf den genannten Tourismusmessen soll der Talisman möglichst bald auch in der Innenstadt von Crimmitschau zu sehen sein. Die Anschaffung von Plastik-Schafen, die 90 Zentimeter hoch und 120 Zentimeter lang sind, wird gegenwärtig vorbereitet. Die Hälfte der Kosten kann aus dem Verfügungsfonds für Innenstadt-Projekte übernommen werden. Der Förderverein der Tuchfabrik will den Eigenanteil für zwei Schafe tragen. Für drei weitere Schafe befinden sich Stadt und Museum auf der Suche nach Paten. Dafür wurden sogar schon entsprechen- de Gutscheine entworfen. "Eine Schaf-Patenschaft kostet 350 Euro", sagte Wirtschaftsförderin Andrea Beres.

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