Schlachtbetrieb soll moderner werden

Nach einem Betreiberwechsel hat der neue Chef viele Pläne für das Unternehmen an der Kitscherstraße.

Crimmitschau.

Als die Information über eine dreiwöchige Schließung des Schlachtbetriebes an der Kitscherstraße in Crimmitschau im Dezember 2018 in der "Freien Presse" stand, hat die Gerüchteküche gebrodelt. Zum damaligen Zeitpunkt gehörte die Einrichtung noch zum Agrarunternehmen Lauenhain. Vor wenigen Tagen wurde nun ein seit Langem geplanter Betreiberwechsel vollzogen. Der neue Chef des Schlachtbetriebes ist Human Mihan Nejad. Er hat alle sieben Mitarbeiter des Agrarunternehmens übernommen und führt den Betrieb weiter.

Seit mehr als 40 Jahren ist die Familie des 32-Jährigen, die eigentlich aus Persien kommt, in Deutschland ansässig und in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Human Mihan Nejad selbst wohnte viele Jahre mit seinen Eltern in Aue, wo er auch zur Schule ging und sein Abitur ablegte. Von 2008 bis 2012 studierte er in Zwickau Betriebswirtschaft und arbeitete danach in verschiedenen Bereichen. Zuletzt leitete er einen Supermarkt in Chemnitz, der seinem Vater gehört. Dort konnte er sein theoretisches Wissen in Betriebswirtschaft praktisch umsetzen. Buchhaltung, Ein- und Verkauf sowie Personalmanagement gehörten dazu.

Als sich im Herbst vorigen Jahres die Möglichkeit der Übernahme des Crimmitschauer Schlachtbetriebes ergab, sah er neue Möglichkeiten. "Ja, ich bin, wenn man so will, ein Quereinsteiger, Aber wiederum auch nicht. Denn während meiner Tätigkeit als Leiter des Supermarktes in Chemnitz war ich auch für die Fleisch- und Wurstabteilung zuständig, musste mit Zulieferern verhandeln, um ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis auszuhandeln, das den Kunden zugute kommt."

Human Mihan Nejad sieht sich in seiner jetzigen Funktion als Dienstleister und möchte den Schlachtbetrieb an der Kitscherstraße nicht nur am Leben erhalten, sondern auch entsprechend den heutigen Anforderungen modernisieren. Dazu gehöre nicht nur der Hofladen, der nach wie vor ein großes Angebot an frischem Fleisch von Tieren aus der Region bereit hält und wie gewohnt von Montag bis Freitag und bald zusätzlich samstags öffnet. Auch die Modernisierung der Schlachtstrecke und der Kühlhäuser seien wichtige Faktoren, um eine Steigerung der Produktion ermög- lichen zu können.

Ein wichtiger Aspekt, den auch immer schon des Agrarunternehmen Lauenhain betont hatte, sei, dass die im Schlachtbetrieb verarbeiteten Schweine vorrangig aus der Region, aus Ponitz und Thonhausen, kommen. Das Schlachtaufkommen, rund 80 Prozent Schweine sowie Rinder und Schafe, komme von Landwirten der hiesigen Gegend. Neu hinzukommen wird demnächst, wenn die dazu erforderlichen rechtlichen Grundlagen geschaffen sind, auch das Schlachten von sogenanntem Farmwild (Damwild). Lohnschlachtungen, also Hausschlachtungen für private Personen, gehören ebenfalls weiter zur Angebotspalette. "Die bisherige Zusammenarbeit mit den schon immer belieferten Fleischereien der Region, aber auch das Erschließen neuer Kundenkreise bis nach Chemnitz nimmt langsam Formen an", sagte Human Mihan Nejad. Auch Kindergärten, Schulen und das SOS-Kinderdorf in Zwickau sollen bald zum Kundenstamm gehören.

Ein größerer Radius der Auslieferzone bedeute aber auch, dass mehr Arbeitskräfte bereitstehen müssen, die den wachsenden Bedarf an Frischfleisch sichern. So sei man auf der Suche nach zwei versierten Fleischern. Geplant sei ebenfalls die Ausbildung von Lehrlingen, die den Beruf als Fleischer erlernen möchten, betonte der Chef.

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