Schloss Blankenhain verschiebt Saisonstart auf unbestimmte Zeit

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Alljährlich Mitte Februar öffnet das Deutsche Landwirtschaftsmuseum in Blankenhain nach der Winterpause wieder seine Pforten. In diesem Jahr nicht. Dennoch blickt der Leiter der Einrichtung zuversichtlich nach vorn.

Blankenhain.

Schaut Jürgen Knauss, der Chef des Deutschen Landwirtschaftsmuseums, aus dem Fenster seines Büros, so geht sein Blick über das Gelände des Blankenhainer Schlosskomplexes. Die Dächer der Gebäude tragen eine weiße Haube, die Wege im Hof sowie das gesamte Freigelände sind von einer Schneeschicht überzogen. Eine Eröffnung des Freilichtmuseums ist derzeit witterungsbedingt nicht möglich. Aber selbst wenn die Temperaturen im Plusbereich wären, würden die Coronabestimmungen eine Eröffnung nicht zulassen. Unter normalen Bedingungen startet die Einrichtung alljährlich am 10. Februar in die neue Saison, egal auf welchen Wochentag das Datum fällt. "Wir sind bereit. Sobald die Coronabestimmungen gelockert werden und landesweit die Museen wieder öffnen dürfen, machen wir auf", versichert Jürgen Knauss.

Nachdem bereits im Vorjahr die Besucherzahlen nach Ausbruch der Pandemie eingebrochen waren und das Haus nur 18.000 Besucher zählte (2019 waren es 43.000), hofft Knauss in diesem Jahr auf Besserung, auch wenn es momentan nicht danach aussieht. "Uns sind im Vorjahr fast komplett die Reisegruppen weggebrochen. Die Zahl der Schulklassen nahm aufgrund der Einschränkungen ebenfalls rapide ab. Ehe sich das Ganze wieder normalisiert, wird es noch Monate dauern."

Dennoch blickt Knauss optimistisch in die Zukunft, zumal in diesem Jahr gleich drei Jubiläen anstehen: Das Museum wurde vor 45 Jahren gegründet, öffnete vor 40 Jahren erstmals für Besucher seine Türen und wurde vor 15 Jahren in Deutsches Landwirtschaftsmuseum umbenannt. Die drei Jubiläen sollen ab 16. Mai mit einer Festwoche gefeiert werden. "Wir hoffen, dass sich bis dahin die Situation entspannt hat", sagt Knauss. Außerdem wartet das Museum im Verlauf des Jahres mit einigen Höhepunkten auf. Im Schloss, Wahrzeichen des aus 80 Gebäuden bestehenden Museumskomplexes, steht die Sanierung kurz vor dem Abschluss. Im Frühjahr soll das Gebäude den Besuchern wieder zugänglich sein. Und: Am 24. Mai, dem Deutschen Mühlentag, soll die Schrotmühle als neues Museums-objekt eröffnet werden. Fest stehen auch die Termine für zwei Höhepunkte im alljährlichen Veranstaltungskalender: am 24. und 25. April soll der Pflanzen- und Korbmachertag über die Bühne gehen, am 18. und 19. September der Mitteldeutsche Käse- und Spezialitätenmarkt stattfinden. Eine weitere Neuheit: Im Schloss wird an den Gründer und ersten hauptamtlichen Leiter des Museums, Joachim Piehler, erinnert. "Wir sind gerade dabei, sein ehemaliges Büro mit teilweise noch original vorhandenen Möbeln einzurichten", sagt Knauss.

Festhalten wird das Haus an den Sonderführungen sowie Ferienangeboten. Ein Jahresprogramm, so wie es bisher der Fall war, wird es 2021 in gedruckter Form nicht geben. Knauss begründet dies mit der Pandemie. "Da wir nicht wissen, wann wir öffnen dürfen und unter welchen Bedingungen, haben wir auf den Flyer verzichtet."

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