Schloss Schweinsburg: Hotel verteidigt seine vier Sterne

Die Gäste kommen von weit her: Wo früher die SED ihren Nachwuchs schmiedete, hat sich ein Sternehotel etabliert.

Neukirchen.

Wenn auf Schloss Schweinsburg die "12 Tenöre" für ihre aktuelle Tour proben, dann hat ganz Neukirchen etwas davon. "Die Sänger, die schon mehrfach bei uns im Trainingscamp waren, laden immer das ganze Dorf zur Generalprobe ein", sagt Hoteldirektor Hanns A. Schönfeld. Und die Neukirchener kommen gern, gehört doch das Schloss und sein Drumherum mittlerweile einfach in die hiesige Region. "Unser Anspruch ist hoch. Das soll der Gast auch spüren. Aber wir wollen nicht elitär sein. Man soll sich hier wohlfühlen und gut aufgehoben", sagt der 37-Jährige, der mit seiner Familie bei Chemnitz wohnt.

Diese Balance zwischen Eleganz und Bodenständigkeit ist dem Haus, das zur GCH Hotel Group gehört, jetzt erneut gelungen. Es hat seine Vier-Sterne-Klassifizierung erfolgreich verteidigt. "Bei der Überprüfung nach den aktuell gültigen Kriterien der Hotelklassifizierung überzeugte Schloss Schweinsburg mit seiner qualitativ sehr guten sowie vielfältigen Gesamtausstattung und dem guten Komfort", sagt Kathrin Stiller, Referatsleiterin in der IHK Regionalkammer Zwickau. Sie überreichte die begehrte Plakette mit den vier Sternen gemeinsam mit Franziska Luthardt, Geschäftsführerin der Dehoga Sachsen.

Hanns A. Schönfeld freut sich mit seinem um die 25 Mitarbeiter zählenden Team über diese Anerkennung der täglichen Arbeit. "Aber Luft nach oben ist ja immer. Wir sehen in Schloss Schweinsburg noch enormes Entwicklungspotenzial, sowohl im privaten Bereich als auch im Sektor der Geschäftsreisen." Dafür lassen sich die Mitarbeiter immer etwas Neues einfallen. So kann man unter anderem in der Event-Halle, in der auch die "12 Tenöre" oder Darsteller eines Bee-Gees-Musicals proben, zum Schloss-Golf antreten. Auf Segway-Touren wird die Region erkundet. Regelmäßig wird zu Krimidinner und Ritteressen in die gediegenen Räumlichkeiten und zu Schlossführungen eingeladen. "Unseren Wellnessbereich haben wir ebenfalls neu gestaltet", sagt der Hotelchef, der weiß, dass Gäste auf eine Bewertung Wert legen. "Für viele ist das eine gute Orientierung beziehungsweise auch ein ausschlaggebender Punkt, das jeweilige Haus zu besuchen."

Und auf Schloss Schweinsburg erholen sich Gäste aus ganz Deutschland, aber auch aus den Niederlanden oder England, wie die Gästebücher deutlich machen. Sehr beliebt ist das Haus mit seinem Barockgarten auch bei Paaren, die hier ihre Eheschließung feiern oder Ehejubiläen festlich begehen.


Jahrhundertelang blieben die Tore verschlossen

Die eindrucksvolle Kulisse von Schloss Schweinsburg blieb jahrhundertelang das einzige, was "Normalsterbliche" von diesem Anwesen bewundern konnten. 1222, nach der ersten urkundlichen Erwähnung, war das Gebäudeensemble wechselnder Sitz der Herrschaften von Crimmitschau und Schweinsburg.

Die letzten Schlossherren, die Fabrikantenfamilie Wolf, wurden enteignet und aus dem Schloss geworfen. Die Tore des Schlosses blieben trotzdem verriegelt. Fortan wurden hier ausgesuchte Kader der SED geschult. Die Mauern beherbergten bis 1990 die Parteischule "Julius Motteler".

Mitte der 1990er-Jahre kaufte das Kolping-Bildungswerk Sachsen, das 2000 Konkurs anmeldete, Schloss Schweinsburg. Heute ist es erste Adresse in der Region für Tagungen, Konferenzen und Reisende. Geführt wird es von der GCH Hotel Group. (rdl)

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