Schrift rettet den Ruf

Das Karl-May-Haus holt eine historische Perle aus dem Bücherschrank

Hohenstein-Ernstthal.

150 bis 200 Euro sind kein Pappenstiel. Nur ein wahrer Karl-May-Fan würde vermutlich so viel Geld für ein Jahrbuch über den in Hohenstein-Ernstthal geborenen Weltautor hinlegen. "Wenn man es denn überhaupt noch bekommt", sagt André Neubert, Leiter des Karl-May-Hauses. Eben jenen alten Schinken hat das Karl-May-Haus nun für dieses Quartal als besonderes Exponat in der Vitrine stehen. Es ist das erste, das jemals über den umstrittenen Schriftsteller erschienen ist. Seit der Veröffentlichung sind nun 100 Jahre vergangen. Das Werk ist auch einer der ersten Versuche, den in seinem letzten Lebensjahrzehnt in Verruf geratenen Autor zu rehabilitieren. Denn May war kein braver Musterbürger. Betrug, Diebstahl, Hochstaplerei - als die lange Liste seiner Vorstrafen bekannt wurde, verschwanden Mays Bände aus 90 Prozent aller Bibliotheken Deutschlands. (akli)

Das Karl-May-Haus an der Karl-May-Straße in Hohenstein-Ernstthal hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...