Schwungvoller Start in das neue Jahr

Fleißige Wanderfreunde, unterhaltsame Musiker und ein emotionaler Abschied bleiben vom Neujahrsempfang in Crimmitschau in Erinnerung. Oberbürgermeister André Raphael hat auf wichtige Entscheidungen eingestimmt.

Crimmitschau.

Mehr als 500 Besucher haben am Mittwochabend zum Neujahrsempfang den Weg in das Theater in Crimmitschau gefunden. Die gelungene Veranstaltung wurde für einen Rückblick auf 2018 und einen Ausblick auf 2019 genutzt. "Freie Presse" fasst den Abend zusammen.

Appell des Abends: Das Super-Wahljahr wirft seine Schatten voraus. Am 26. Mai werden Europäisches Parlament, Kreistag, Stadtrat und Ortschaftsräte neu gewählt. Am 1. September folgt die Landtagswahl. "Seit nunmehr fast 30 Jahren haben wir freie, gleiche und geheime Wahlen und ich bitte Sie, nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr", sagte Oberbürgermeister André Raphael (CDU) und schob den Appell nach einem "fairen Wahlkampf" und einen "respektvollen Umgang der Kandidaten"nach.

Emotionaler Moment des Abends: Mit einer (allerdings sehr kurzen) Schweigeminute wurde an den am 28. August 2018 im Alter von 92 Jahren verstorbenen Ehrenbürger Prof. Dr. Armin Andrä erinnert. André Raphael trug einen Auszug aus der 2005 erschienenen Biografie des Arztes und Autors vor. Zudem rief der Stadtchef das Lebensmotto von Armin Andrä noch einmal in Erinnerung: "Grau bleibt der Alltag, wenn du nicht selbst die Lichter setzt."

Musik des Abends: Dafür waren die Mitglieder der Young People Big Band aus Crimmitschau verantwortlich. Sie sorgten mit schwungvollen Titeln wie "Opus one" und "Music is" für Stimmung. Unterstützung gab es zum Teil von Sängerin Franziska Firke und den Tanzmädels von "Step by Step". "Das war ein genialer Abend und ein gut organisierter Empfang", sagte Bandleader Andreas Bacher, der als einziger mit einer gelben Fliege auf der Bühne stand. Gab es dafür einen Grund? "Nein. Das war bei einem Griff in die Fliegen-Kiste purer Zufall."

Auszeichnung des Abends: Die Wanderfreunde Crimmitschau erhielten den Ehrenamtspreis. Damit soll das vielfältige Engagement der 64 Mitglieder gewürdigt werden. Sie starten zweimal im Jahr zu einer Müllwanderung. "Dabei wird der Unrat aufgelesen, den andere hinterlassen haben", sagte Wirtschaftsförderin Andrea Beres, die zudem lobende Worte für die Zusammenarbeit mit dem Wanderverein in der Partnerstadt Wiehl (Nordrhein-Westfalen) fand. Im neuen Jahr stehen 31 Touren im Veranstaltungskalender der Wanderfreunde. Dazu kommt ein gemeinsamer Ausflug ins Theater. Die Tickets erhielt Vereinschef Egon Drechsler zum Neujahrsempfang. "Ein schönes Geschenk", sagte der Vorsitzende der Wanderfreunde, der im Vorfeld schon etwas von der Auszeichnung geahnt hat. Der Grund: Von der Stadt wurden zuletzt ungewöhnlich viel Fotos vom Verein angefordert. "Für meine Kollegen aus dem Vorstand war es eine Überraschung."

Ankündigung des Abends: Die ersten beiden Sitzungen des Stadtrates im neuen Jahr werden interessant. Am 7. Februar soll im öffentlichen Teil über die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten und die Zukunft der Straßenausbaubeitragssatzung gesprochen werden. Zudem geht es dann um das Pro und Contra zur Einführung eines Bürgerhaushalts. Die Entscheidungen zu den Themen sollen am 14. März fallen. Zusätzlich kündigte André Raphael eine Bürgerversammlung an, bei der die Pläne für die Umgestaltung des Mannichswalder Platzes vorgestellt werden sollen. Hier sind Kreisverkehr oder Ampel denkbar. Die Stadt hat dazu eine Variantenuntersuchung in Auftrag gegeben.

Bauprojekt des Abends: Die ersten Entwürfe, wie das Schocken-Kaufhaus nach einer Umgestaltung und Sanierung einmal aussehen soll, wurden präsentiert. In den leerstehenden Komplex müssen 5,2 Millionen Euro gesteckt werden. Jens und Thomas Dietrich vom gleichnamigen Planungsbüro aus Oelsnitz im Erzgebirge treiben das Projekt voran. Sie gehörten auch zu den Gästen des Neujahrsempfangs. "Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben", sagte der Crimmitschauer Oberbürgermeister und warb noch einmal um Unterstützung aus Fördertöpfen von Bund und Freistaat. Er machte mit Blick auf die Innenstadt deutlich: "Wir brauchen keine Ordner voller bunter Pläne, wenn wir nicht handeln. Wir müssen uns den Erfordernissen unserer Zeit stellen."

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