Selbst gemacht: Den Kindern schmeckt's

Gesunde Ernährung ist für alle Altersgruppen wichtig. Innerhalb eines Projekts wurde in der Kita "Sonnenland" gebacken und Eis hergestellt.

Werdau.

Das Thema "Ernährung" stand eine Woche lang in der Kindertagesstätte "Sonnenland" in Werdau im Mittelpunkt. Wie arbeitet ein Bäcker? Was ist in unseren Lebensmitteln enthalten? Und: Wie kann man gesunde Alternativen leicht selber machen? - All das waren Fragen, mit denen sich die Mädchen und Jungen beschäftigt haben.

Das Projekt wurde von Nadine Le Blay ins Leben gerufen. Sie leitet die Kita seit 2015 und möchte den Kinder mit dem Projekt nahe bringen, wie wichtig gesunde Ernährung ist. In der Woche wurden die Kinder im Alter ab einem Jahr bis sechs Jahre in fünf Gruppen eingeteilt, von denen jede ein Thema bekam. Die Mädchen und Jungen beschäftigten sich mit Milchprodukten, Getreide, Kartoffeln, gesunder Ernährung und dem Müll, der dabei entsteht. Die Kinder erlebten das Projekt mit allen Sinnen. Zudem wurde das Ganze mit spielerischer Mathematik verknüpft - beispielsweise wurden Zuckerstücke gezählt, die in Lebensmitteln enthalten sind. Außerdem haben die Kinder Brot gebacken, Butter und Eis hergestellt sowie einen Erdbeerjoghurt selbst zubereitet. Auch eine Schüssel Pommes ging in der Auswertung des Projekts durch die Runde, und jeder durfe zugreifen.

Die Gruppe "Gesunde Ernährung" hat gezeigt, wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt, die man fast jeden Tag isst. "Manche Kinder haben Gemüse in der Brotbüchse, andere wiederum viele Süßigkeiten", sagte Le Blay. "In dieser Woche haben sie erfahren, dass in einem Fruchtzwerg zum Beispiel zwei Stücke Würfelzucker enthalten sind. Die selbst gemachte Variante aus Naturjoghurt und frischen Erdbeeren - ohne extra Zucker - hat ihnen aber genauso gut geschmeckt", sagt sie. In der Gruppe, die sich mit dem Thema "Getreide" beschäftigte, wurde erklärt, was zum Beispiel aus Weizen oder Gerste hergestellt werden kann. "Aus Roggen wird Sauerteigbrot gemacht", sagte ein Junge und hielt ein dunkles Brötchen in die Höhe. Um einen Einblick in die Herstellung zu erhalten, besuchten die Kinder eine Bäckerei.

Unfälle beim Schneiden gab es nicht: Für das gemeinsame Frühstück hatten die Mädchen und Jungen den Inhalt ihrer Brotbüchsen in Würfel geschnitten und Spieße daraus gemacht. "Wenn Kinder etwas selbst machen, schmeckt es ihnen sofort besser", sagte Le Blay. Die Kita hat für derartige Projekte eine Kinderküche, in der die verschiedenen Altersgruppen erste Erfahrungen beim Kochen machen können.

Auch das Thema "Müllproduktion" war Teil des Projektes. Dafür wurden alle Tetrapacks der Milch gesammelt, die in der gesamten Woche in der Kita getrunken wurde. Hinzu kamen Joghurtbecher und sogenannte Quetschtüten mit püriertem Obst. Um zu zeigen, wie man solch große Mengen Müll vermeiden kann, waren die Kinder im Werdauer Geschäft "Natürlich und unverpackt". Dort kann man Produkte in mitgebrachten Gläsern oder Boxen abgefüllt mit nach Hause nehmen. So wird Plastikmüll vermieden - und die Kinder lernten etwas über Nachhaltigkeit.

Ziel des Projekts war es, die Kinder für Obst, Gemüse und Selbstgemachtes zu begeistern, sagte Le Blay. Und tatsächlich: Die gesunden Alternativen haben den Kindern genauso gut geschmeckt wie die gekauften Produkte.


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