Seuchenbekämpfung: Tierarzt lobt Imker

Nachdem sich die Amerikanische Faulbrut im Kreis ausgebreitet hatte, gibt es jetzt Erfolge beim Kampf gegen die Krankheit.

Zwickau/Werdau.

mker Peter Gruner ist erleichtert. Nachdem vor gut zwei Jahren die Amerikanische Faulbrut in einem Bienenstand in Crossen festgestellt worden war und sich die auch Bienenpest genannte Krankheit anschließend immer weiter ausgebreitet hatte, gibt es inzwischen Erfolge bei der Bekämpfung der Seuche. Der Niclaser, der Vorsitzender des Imkervereins Mülsen ist, arbeitet ehrenamtlich als Bienenseuchengutachter bei der Sanierung befallener Bestände mit.

Noch im Frühjahr gab es im Landkreis Zwickau neun Faulbrutsperrbezirke, die von Crossen den Mülsengrund hinauf bis nach Wildenfels, Langenweißbach und Hartenstein reichten. Inzwischen konnten die Sperrbezirke in Mülsen laut Landratsamt aufgehoben werden. Im Juni sei aber im Hartensteiner Ortsteil Thierfeld und im Kirchberger Ortsteil Saupersdorf die Bösartige Faulbrut festgestellt worden, sodass es zurzeit einen Sperrbezirk gibt, der Hartenstein mit den Ortsteilen Thierfeld und Zschocken umfasst, sowie einen weiteren, zu dem die Kirchberger Ortsteile Saupersdorf, Burkersdorf und Leutersbach, Hartmannsdorf sowie der südliche Teil von Weißbach gehören.

Im März hatte Gunnar Neubauer, Sachgebietsleiter für Tierseuchenbekämpfung und Tiergesundheitsschutz im Landratsamt, noch Kritik geübt. Nicht alle Imker beteiligten sich so an der Bekämpfung der Krankheit, wie es notwendig wäre. Inzwischen konstatiert der Tierarzt, dass sich das Engagement verbessert hat. "Insbesondere die Mitarbeit des Imkervereins Kirchberg im Zuge der Sanierungsarbeiten war vorbildlich", lobt er. Denn: Um Seuchenherde zu bekämpfen, muss man sie erst einmal kennen. Und da gab es offenbar bisher ein Problem. Eine Reihe von Imkern kam erst nach den Seuchenausbrüchen ihrer Meldepflicht gegenüber dem Veterinäramt nach. "Sicher auch durch die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit", sagt Landkreissprecherin Ilona Schilk. So stieg die Zahl der im Landkreis registrierten Imker um 138 auf 817 und die Zahl der Bienenvölker um 719 auf 6531.

Tierarzt Neubauer schaut optimistisch in die Zukunft: "Die Sperrbezirke in Hartenstein können spätestens Ende September aufgehoben werden", sagt er. Und im Sperrbezirk Kirchberg beginnen die Aufhebungsuntersuchungen gemäß der Bienenseuchenverordnung Ende des Monats. Imker Peter Gruner ist derweil froh, wieder ohne Einschränkungen arbeiten zu können. Er darf jetzt wieder Königinnen und ganze Völker kaufen sowie verkaufen und mit Bienen wandern. "Außerdem können Leute, die bei uns in Mülsen imkern wollen, nun endlich damit beginnen und sich eigene Völker zulegen", sagt er.


Bakterielle Brutkrankheit

Die auch Bösartige Faulbrut genannte Amerikanische Faulbrut ist anzeigepflichtig. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Brut- krankheit der Honigbiene. Die Bak- terien befallen die Bienenlarven und töten diese. In den zersetzten Larven bilden sich daraufhin neue Bakteriensporen.

Beim Ausbruch der auch Bienenpest genannten Krankheit droht durch Flug und Räuberei die Infizierung eines weiten Gebietes. Bienenvölker dürfen die wegen der Krankheit gesperrten Bezirke nicht verlassen. Auch neue Bienen dürfen dort nicht stationiert werden.

Die Krankheit stellt keinerleiGefahr für den Menschen dar, genau wie der von befallenen Völkern gewonnene Honig. (vim)

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