So hat sich der Weihnachtsmarkt in Crimmitschau verändert

Die Organisatoren setzen auf eine neue Aufteilung. Die Reaktionen der Händler fallen unterschiedlich aus: von Lob bis zum sofortigen Rückzug.

Crimmitschau.

Das Team von Soltis Obstgarten hat sich vorzeitig vom Weihnachtsmarkt in Crimmitschau verabschiedet. Die beiden Verkaufshütten, an denen es Langos und ungarische Spezialitäten gab, sind am Samstagnachmittag und am Sonntag geschlossen geblieben. "Wir werden als Crimmitschauer Händler immer weiter an den Rand gedrängt", sagte Obstgarten-Inhaberin Manuela Solti mit Blick auf die Vergabe der Standplätze.

Sie hat im Internet mit einem Facebook-Eintrag über den vorzeitigen Rückzug vom Weihnachtsmarkt informiert und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Mehr als 100 Kommentare waren bis Sonntagnachmittag zu lesen. Die Palette der Meinungsäußerungen ist breit gefächert - von Verständnis bis Kopfschütteln.

Nach der Eröffnung des Weihnachtsmarktes gab es mehrere Gespräche zwischen den Inhabern von Soltis Obstgarten und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Ein Thema: Von einigen Teilen des Marktplatzes war der Blick auf die Verkaufsstände durch den Weihnachtsbaum versperrt. Deshalb gab es von den Händlern die Forderung, dass die Stadt den unteren Teil der Nordmanntanne kurzfristig freischneiden soll. Das lehnten die Verantwortlichen im Rathaus ab. "Es ist schade, dass Soltis Obstgarten nicht wenigstens das erste Weihnachtsmarkt-Wochenende abgewartet hat und schon so früh eine Entscheidung getroffen hat", sagte Katja Tippelt-Kairies, Mitarbeiterin im Fachbereich für Kultur-, Sport- und Freizeitstätten. Sie hofft, dass beide Seiten noch einmal zu einem klärenden Gespräch zusammenfinden. Die Chancen stehen aber eher schlecht. "Wir haben in den letzten Jahren immer wieder auf Probleme und den wachsenden Einfluss von größeren Cateringunternehmen hingewiesen", ärgert sich Manuela Solti.

Die Organisatoren des Weihnachtsmarktes entschieden sich diesmal für ein neues Konzept: Die Verkaufsstände stehen in einem Rondell auf dem Markt - mit Blick zur Bühne, die nun vor dem Rathaus zu finden ist. Die Pyramide, die bisher neben dem Marktbrunnen stand, dreht sich vor dem Vereinshof. Die Veränderungen kommen bei den meisten Händlern gut an. "Wir sind mit dem Start des Weihnachtsmarktes zufrieden", sagte Simone Rudel, die sich um einen Grillstand kümmert. Silke Klemm, die Hotdogs zubereitet, sagte: "Es ist gemütlicher geworden." Sie berichtet, dass viele Händler - trotz des Regenwetters - sogar nach 19 Uhr noch Getränke und Speisen verkauft haben. Klemm: "Weil die Besucher einfach da waren." Aus Sicht von Albrecht Urban, der Pantoffel für die kalte Jahreszeit im Angebot hat, macht die Stadt damit das Beste aus den rückläufigen Teilnehmerzahlen. "Durch die neue Aufteilung gibt es keinen Händler, der komplett abgeschnitten ist", sagte der Händler aus Langenbernsdorf.

Ein Grund für die neue Aufteilung auf dem Markt: Zwischen den Verkaufsständen und den Häusern muss mindestens ein Abstand von fünf Metern eingehalten werden, damit Rettungsfahrzeuge im Notfall durchfahren können. Dabei beruft sich die Stadtverwaltung auf die Sächsische Bauordnung und den - schon seit Jahren - gültigen Paragrafen 30 mit dem Titel"Brandwände". Rathaussprecher Stefan Aurich sagte: "Auf Grundlage dieses Gesetzes ist bei der Aufstellung des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr geltendes Recht umgesetzt worden."

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