Sommer-Open-Air: Schlosshof wird zur großen Opernbühne

Am 26. Juli erklingt in Blankenhain "Nabucco". Rund 100 Akteure wirken mit. Drei "Freie Presse"-Leser dürfen mit auf der Bühne stehen und im "Gefangenenchor" mitwirken.

Blankenhain.

Der Hof von Schloss Blankenhain wird sich im Juli für einen Abend in eine große Opernbühne verwandeln. Unter freiem Himmel erklingt wohl Verdis bekannteste Oper "Nabucco", aufgeführt von der Festspieloper Prag. Das Ensemble aus der tschechischen Hauptstadt gastierte bereits 2010 mit der gleichen Inszenierung auf dem Gelände des Landwirtschaftsmuseums. Mehr als 1400 Zuschauer verfolgten das Geschehen auf der Bühne, trotz Dauerregens. "Wir spielen bei jedem Wetter", sagte am Donnerstagnachmittag Pavel Munk von der Gastspielagentur Paulis aus Braunschweig bei der Vorstellung des Programms. "Das Original dauert mehr als drei Stunden. Wir haben die Inszenierung leicht gekürzt und zeigen die Oper in zwei Akten von jeweils einer Stunde und zehn Minuten. Dazwischen wird es eine 20-minütige Pause geben. Regnet es wieder, spielen wir durch", sagt der Veranstalter.

Pavel Munk verspricht ein absolutes Konzerterlebnis. "Insgesamt werden in der Inszenierung mehr als 100 Personen mitwirken, davon 32 Sängerinnen und Sänger. Die werden von einem 28 Personen zählenden Orchester live begleitet. Das Orchester wird für die Zuschauer auch sichtbar sein und nicht, wie in einem Opernhaus, im Keller sitzen."


Der Fuhrpark des rollenden Opernhauses wird aus drei Lastwagen, zwei Sattelschleppern und zwei Reisebussen bestehen. Die Ladung der Sattelschlepper: 170 Meter Bauzaun, Material für 120 Quadratmeter Bühnenfläche, Mannschafts- und Orchesterzelt, Stühle sowie Lichtanlage. Etwa 15 Logistiker begleiten die gesamte Tournee und sind für den Auf- und Abbau verantwortlich. "Dabei muss jeder Handgriff sitzen. Der Zeitplan ist eng gestrickt", sagt Munk. "Das Bühnendach wird von vier großen Traversen getragen. 12Uhr muss die Bühne stehen. Am Mittag trifft der dritte Sattelschlepper ein, beladen mit dem Bühnenbild und den Dekorationen. Während das Bühnenbild entsteht, wird das gesamte Areal mit Bauzäunen eingegrenzt und mit der Bestuhlung begonnen. Gegen 16 Uhr trifft das Ensemble ein. Dann beginnt das Schminken. 17 Uhr findet eine Probe statt. 19 Uhr erfolgt der Einlass, eine Stunde später die Aufführung. Nach dem Ende beginnt der Abbau, einen Tag später sind wir mit ,Nabucco' in Torgau zu Gast."

Die wohl bekannteste Szene ist im zweiten Akt der Auftritt des Gefangenenchores, auch Freiheitschor genannt. Das Lied "Va, pensiero, sull'ali dorate", die heimliche Nationalhymne der Italiener, wird am 26.Juli gleich zweimal erklingen. "Wir spielen das Lied am Ende der Aufführung noch einmal", verspricht Munk. Er kommt damit einem immer wieder geäußerten Wunsch der Besucher nach. "Wir bestehen jetzt 21 Jahre, haben in der Zeit mehr als 700-mal ,Nabucco' zur Aufführung gebracht. Noch immer bekomme ich beim Erklingen des Freiheitschores Gänsehaut."

Der Inhaber der Veranstaltungsagentur wartet mit einer Überraschung auf. Drei Leser der "Freien Presse" dürfen als Statisten im Freiheitschor mitwirken. "Die Laienschauspieler werden professionell geschminkt und auch eingekleidet, sodass es selbst Verwandten schwer fallen dürfte, sie auf der Bühne zu erkennen", sagt der Chef der Konzertagentur Paulis.

Wer will mitspielen? Schicken Sie uns bis zum 18. April eine E-Mail mit dem Betreff "Nabucco" und teilen uns mit, warum Sie am 26. Juli mit auf der Bühne stehen wollen. Die drei Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. red.werdau@freiepresse.de

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