Spaziergang kann lebensgefährlich sein

Durch den nassen Schnee drohen Bäume unter der Last zu brechen. Die Gefahrenquellen sollen so schnell wie möglich beseitigt werden.

Werdau/Crimmitschau.

Von einem Spaziergang oder einer Skitour im rund 30 Zentimeter tief verschneiten Werdauer Wald kann Bernd Härtel im Moment nur dringend abraten. "Es ist lebensgefährlich, jetzt das Gebiet zu betreten", sagt der Leiter der Abteilung Staatsforst im Forstbezirk Plauen.

Durch den extrem nassen und schweren Schnee besteht an vielen Stellen die Gefahr, dass Äste und Kronen von Bäumen herunterbrechen. "Wenn ein zehn Zentimeter starker Ast in einer Höhe von 15 Metern nach unten saust, ist das tödlich." Die Waldarbeiter des Sachsenforsts haben am Donnerstag an den Hauptwegen wie dem Bauernsteig begonnen, die Gefahrenstellen zu beseitigen. Allerdings werde das noch eine ganze Weile dauern. "Es ist eine sehr gefährliche Arbeit, die Bäume stehen unter Spannung und können jederzeit brechen."

Ein allgemeines Verbot des Betreten des Waldes, wie es beispielsweise bei extremer Trockenheit und dem Ausrufen von Waldbrandstufen gemacht wird, gibt es derzeit nicht. "Jeder sollte seinen gesunden Menschenverstand walten lassen", sagt der Forstmitarbeiter, dem am Mittwochnachmittag aber einige Spaziergänger im Werdauer Wald begegnet sind. "Die haben gemeint, dass sie in einem freien Land leben und machen können, was sie wollen", sagt Bernd Härtel kopfschüttelnd.

In Crimmitschau waren Mitarbeiter des Baubetriebshofes und Mitglieder der Ortsfeuerwehr am Donnerstag gemeinsam im Einsatz - an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet. Sie mussten unter anderem einige Äste von Bäumen im Sahnpark entfernen. Einsatzstellen befanden sich zwischen Waldstraße und Kunsteisstadion sowie in der Nähe des Forsthauses. Baubetriebshof-Mitarbeiter Ronny Seltmann ließ sich von der Feuerwehr-Drehleiter in die Kronen der betroffenen Bäume fahren, wo er in einer Höhe von mehr als 20 Metern einen Teil der Äste mit der Kettensäge in Einzelteile zerlegte.

Trotz der Einsätze sollen Besucher momentan auch in Crimmitschau auf einen Spaziergang durch die Parkanlagen verzichten. "In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass das Betreten von Wäldern und Parks derzeit mit nicht kalkulierbaren Risiken verbunden ist und unterbleiben sollte", sagt Daniela Lange, Mitarbeiterin der Pressestelle.

In Crimmitschau mussten um 10 Uhr zwei Straßen gesperrt werden. Hier bestand die Gefahr, dass Bäume umstürzen. Das betraf die Zeitzer Straße zwischen dem Parkplatz und der Landesgrenze sowie die Mannichswalder Straße zwischen Lindenstraße und Schulstraße.

"Der nasse Schnee liegt als schwere Last auf den Bäumen und kann zu gefährlichen Ast- und Kronenbrüchen führen", sagt Daniela Lange. Die Winterdienst-Fahrzeuge waren am Donnerstag in Crimmitschau schon ab 2Uhr und damit eine Stunde früher als am Vortag im Einsatz. Sie benötigen für eine Räum-Runde rund dreieinhalb Stunden. "Damit hatten wir schon kurz vor 6 Uhr die erste Runde gedreht", sagte Baubetriebshof-Leiter Michael Popp.

Winter in der Region - Bilder vom Mittwoch

Winter in der Region - Bilder vom Donnerstag

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