Speicher Sahnau: Erst Tierschutz dann Sanierung

Das Gewässer im Nordwesten von Crimmitschau bleibt eine Baustelle. Nach dem Ablassen des Wassers gab es viele Überraschungen.

Crimmitschau.

Der derzeitige Anblick, den der Speicher in der Mark Sahnau in Crimmitschau bietet, vermittelt Außenstehenden einen falschen Eindruck. Die Sanierung des Gewässers ist noch längst nicht abgeschlossen. Beendet ist lediglich die Beräumung der Sedimente. "Dass inzwischen der Speicher wieder leicht angestaut wurde, hat etwas mit dem Naturschutz zu tun. Die in dem Gebiet lebenden Frösche haben somit die Möglichkeit zum Laichen", sagt Sven Beyer vom Betrieb Zwickauer Mulde/Oberere Weiße Elster. Das zur Landestalsperrenverwaltung Sachsen gehörende Unternehmen ist für den Speicher in der Mark Sahnau zuständig.

Momentan ist noch unklar, wie mit den defekten wassertechnischen Anlagen weiter verfahren wird. Fest steht: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wie schlecht der Zustand ist, wurde erst nach dem kompletten Ablassen des Gewässers sichtbar. Ob die Technik repariert oder durch einen Neubau komplett ersetzt wird, ist derzeit unklar. Dazu sind noch Absprachen mit der Stadt, dem Pächter und dem Landratsamt notwendig. "Jeder von ihnen hat unterschiedliche Interessen, die es bei dem Vorhaben zu berücksichtigen gilt", sagt der Projektleiter. Dazu gehört unter anderem der Hochwasserschutz, der besonders der Kommune am Herzen liegt. "Erst wenn eine Entscheidung gefallen ist, erfolgt die Planung. Der schließt sich dann noch das Genehmigungsverfahren an, sodass mit einem Baubeginn erst im übernächsten Jahr zu rechnen ist", sagt Sven Beyer. Unklar sind derzeit auch noch die anfallenden Kosten. Allein die für die Beräumung der Sedimente beliefen sich auf rund 120.000 Euro. "Was sonst noch an Kosten anfällt, ist abhängig von den noch zu treffenden Entscheidungen."


Errichtet wurde der Sahnstau zwischen 1977 und 1979 an der Zeitzer Straße in Crimmitschau durch den Meliorationsbau Oelsnitz für die Firma Obstbau. Er diente bis 1990 als Wasserreserve für die Bewässerung der Obstbäume. Mit dem Aus des Obstproduzenten verlor der Stausee seine Bedeutung und ging in das Eigentum der Stadt über. Nach der Novellierung des Sächsischen Wassergesetzes im Jahr 2004 wurde die Regie über das Gewässer der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates übertragen. Zuletzt wurde der Speicher hauptsächlich als Angelgewässer genutzt. Der Speicher, der im Bereich des Entnahmeturmes zirka sechs Meter tief ist, hat ein Fassungsvermögen von knapp 60.000 Kubikmetern. Zum Vergleich: Das Fassungsvermögen der Koberbachtalsperre beträgt rund zwei Millionen Kubikmeter.

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