Stadtchef steht bei Premiere vor einer verschlossenen Tür

Der Arbeitstag von Sören Kristensen beginnt mit einem Schlüssel-Problem. Trotzdem hört er sich die Sorgen und Nöte von 16 Leuten aus Werdau an.

Werdau.

Daten aus dem Internet werden nur im Schneckentempo übertragen: Bestellungen bei Versandhäusern entwickeln sich zur Geduldsprobe, und Videos lassen sich nicht herunterladen. Über das Problem hat Rainer Heinrich aus dem Ortsteil Steinpleis am Samstagvormittag den Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) informiert. "In einigen Nebenstraßen von Steinpleis ist hinsichtlich des Breitbandausbaus bisher nichts passiert", ärgerte sich Rainer Heinrich. Er verwies auf die Pläne des Landkreises Zwickau, der bei Bund und Freistaat rund 30 Millionen Euro Fördermittel beantragt hat, um die Digitalisierung voranzutreiben. "Wann werden wir davon etwas spüren?" wollte der 66-Jährige wissen. Einen konkreten Termin nannte Sören Kristensen nicht. "An einigen Stellen in Werdau fehlt ein schnelles und stabiles Breitbandnetz. Vom konkreten Problem in Steinpleis höre ich zum ersten Mal", antwortete der Rathauschef, der sich in Gesprächen mit einem Kabelnetzanbieter und dem Landkreis auf den aktuellen Stand bringen lassen will. Dann soll auch Rainer Heinrich eine Information bekommen, wie es weitergeht.

Der Einladung zur ersten Oberbürgermeister-Sprechstunde waren 16 Einwohner gefolgt. Sie unterbreiteten Hilfsangebote, erinnerten an ein bevorstehendes Jubiläum und sagten, wo der Schuh drückt. Dabei begann der Arbeitstag von Sören Kristensen mit einem persönlichen Problem. Das Stadtoberhaupt wollte sich mit den Bürgern eigentlich im Kundencenter der Stadtwerke und der Gebäude- und Grundstücksverwaltung am Markt treffen. "Ich hatte mir im Vorfeld den Schlüssel besorgt, konnte die Tür zum Kundencenter aber nicht öffnen", sagte Kristensen, der die Sprechstunde spontan in das Rathaus verlegte und darüber mit einem handgeschriebenen Zettel am Briefkasten des Kundencenters informierte.

Obwohl viele Themen auch per E-Mail oder Facebook an Sören Kristensen herangetragen werden, bringt das persönliche Gespräch mit den Einwohnern aus seiner Sicht einen Vorteil. "Man kann sich mit konkreten Fragen schnell einen Überblick zu einem Problem verschaffen, muss nicht erst zigmal hin- und herschreiben", sagte Kristensen, der alle Hinweise in seinem A4-Buch notierte. Sie sollen in den nächsten Wochen abgearbeitet werden - entweder vom Stadtchef oder von den Mitarbeitern aus den zuständigen Fachbereichen.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...