Stadtrat der Linken hat Abschied mit Weitsicht vorbereitet

Wolfgang Spiegelberg zieht sich aus der Kommunal-politik in Crimmitschau zurück. Zwei Beschlüsse versüßen seinen Rückzug aus dem Gremium.

Crimmitschau.

Zwei Themen, mit denen sich der Stadtrat von Crimmitschau in den vergangenen Monaten befasst hat, sorgen für ein Lächeln bei Wolfgang Spiegelberg (Die Linke): Im März wurde die Straßenausbaubeitragssatzung aufgehoben und die Rückzahlung der Beiträge beschlossen. Die Entscheidung, den Fundus aus der Historischen Sammlung künftig im Spinnereigebäude der Tuchfabrik zu zeigen, folgte im Juni. "Unsere Beharrlichkeit und unsere Hartnäckigkeit haben sich ausgezahlt. Das können wir uns anrechnen", sagt der 75-Jährige.

Dem neuen Stadtrat, der sich am 11. Juli zu seiner konstituierenden Sitzung trifft, wird Spiegelberg nicht mehr angehören. Er hat sich nach 29Jahren in der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise im Stadtrat für den Rückzug aus der Kommunalpolitik entschieden. Der Abschied zeichnete sich in den letzten Jahren bereits ab: Ende 2016 übergab Wolfgang Spiegelberg die Aufgaben des Fraktionsvorsitzenden an Lutz Gärtner und damit in jüngere Hände. Bei den Stadtratswahlen im Mai 2019 stand der Name des Urgesteins nur noch auf dem neunten Platz der Linken-Liste, obwohl ihn einige Mitstreiter gern weiter vorn gesehen hätten. "Wenn man in meinem Alter ist, muss man sich irgendwann von Aufgaben trennen. Dazu kommt: Wir haben gute junge Leute in unseren Reihen", sagt Spiegelberg, der für die zusätzliche Freizeit schon konkrete Vorstellungen hat: Haus, Hof und Garten versprechen Arbeit, zudem sind einige Urlaubsreisen in die nähere Umgebung geplant. Die Übergabe der Mappen mit vielen Beschlussvorlagen und Konzepten an die Kollegen aus der Linken-Fraktion muss auch vorbereitet werden.


Die Entscheidung von Wolfgang Spiegelberg wird auch von Vertretern aus anderen Stadtratsfraktionen bedauert. Oberbürgermeister André Raphael (CDU) macht deutlich: "Die Art und Weise, wie sich Wolfgang Spiegelberg artikuliert, ist immer von einer großen Sachlichkeit geprägt gewesen. Er war eine Bereicherung für den Stadtrat, wollte immer ein vernünftiges Ergebnis für Crimmitschau erzielen." Dabei profitierte Spiegelberg auch von seiner riesigen Erfahrung. Er mischte seit 1990 durchgängig und damit so lange wie kein anderer Kommunalpolitiker im Stadtrat von Crimmitschau mit.

Zu den Beschlüssen, die Wolfgang Spiegelberg bis heute schwer im Magen liegen, gehören der Verkauf der Stadtwerke und der Wohnungsgesellschaft. Auch die Übergabe aller Crimmitschauer Kindertagesstätten an freie Träger sei ein falsches Signal gewesen. "Dadurch hat sich die Stadt in eine schlechtere Verhandlungsposition gebracht. Zur Träger-Vielfalt, die gewünscht ist, gehören auch kommunale Einrichtungen", sagt Spiegelberg.

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