Stadtrat warnt vor Abschied der Eispiraten aus Crimmitschau

Von den Eishockey- Machern gibt es einige Wünsche: eine zweite Eisfläche für den Nachwuchs und eine neue Arena für die Profis. Was sagt die Stadt dazu?

Crimmitschau.

Oberbürgermeister André Raphael (CDU) hat den Vorstand des ETC Crimmitschau und die Vertreter der Eispiraten Crimmitschau ins Rathaus eingeladen. In der Beratung, die am 27. Mai und damit einen Tag nach der Stadtratswahl stattfindet, soll es um die Pläne für zwei verschiedene Eishockey-Bauprojekte gehen. Der ETC-Vorstand treibt die Planungen für eine zweite Eisfläche, die für Trainingseinheiten der Nachwuchssportler genutzt werden kann, voran.

Die Eispiraten-Verantwortlichen werben mit einem Konzept für den rund 30 Millionen Euro teuren Neubau einer Eishalle. "Wir müssen uns tief in die Augen schauen", fordert der Rathauschef und informiert über seine Einschätzung: "Aus meiner Sicht geht es nicht, heute für 500.000 Euro eine zweite Eisfläche zu bauen und in drei Jahren eine neue Arena errichten zu lassen."


Das Thema hat Andreas Osse (Für Crimmitschau) zur Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend mit einer Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Der 55-Jährige, der früher selbst Eishockey gespielt hat, erkundigte sich nach dem Standpunkt der Stadtverwaltung zu den beiden Projekten. "Wenn wir uns nicht zu einer neuen Arena positionieren, sehe ich die Gefahr, dass die Eispiraten vielleicht in eine andere Stadt umziehen. Einige Bürgermeister haben da schon angeklopft und Interesse angemeldet", sagte Osse zur Sitzung des Stadtrates. Um welche Rathauschefs es sich dabei handeln soll, wollte er auf Anfrage der "Freien Presse" nicht mitteilen. Er machte deutlich: "Da würde etwas wegfallen, was Crimmitschau deutschland- und beispielsweise durch die U-18-Weltmeisterschaften europaweit bekannt macht." Andreas Osse plauderte auch über seine Informationen zu einer möglichen Finanzierung. Er informierte, dass es in den letzten Wochen Gespräche mit Landrat Christoph Scheurer (CDU), dem Landtagsabgeordneten Jan Löffler (CDU) und dem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) gab. "Michael Kretschmer soll eine 90-prozentige Förderung zugesagt haben. Die Eispiraten würden einen Eigenanteil von zehn Prozent tragen", sagte Osse. Auf die Zahlen ist André Raphael in seiner Antwort nicht eingegangen. Die Staatskanzlei in Dresden teilte dazu am Freitag nur mit, dass man sich in "vertrauensvollen Gesprächen" befinden würde.

"Tatsächlich bestimmt der Stadtrat, was passiert und was nicht", sagte André Raphael, der - nach der Anfrage von Andreas Osse - über seine Sichtweise zu den Projekten sprach: Die Stadt könne ein Grundstück für eine zweite Eisfläche zur Verfügung stellen. Dabei würde es sich übrigens um den Standort handeln, wo momentan noch die Geschäftsstelle der Eispiraten Crimmitschau untergebracht ist. Raphael verdeutlichte, dass es eine klare Abtrennung geben müsse, wonach die Stadt für das Kunsteisstadion und der ETC für die zweite Eisfläche zuständig sei. Die Bindefrist für Fördermittel, die man für das Projekt erhofft, würde bei mindestens zehn Jahren liegen. So lange müsse eine zweite Eisfläche also auch betrieben werden. Dagegen sagte er zu einer neuen Eishalle: "Das würde uns als Stadt finanziell komplett überfordern. Wir müssen uns klar sein: In Crimmitschau gibt es nicht nur die Eispiraten."

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