Stammgast an der Talsperre ist genauso alt wie das Bauwerk

90 Jahre Kober: Irmgard Herold aus Fraureuth verbindet mit der Talsperre zahlreiche Erinnerungen an ihre Kindheit, ihre Jugend und später Feiern mit der eigenen Familie.

Fraureuth.

Mit Interesse verfolgt Irmgard Herold aus Fraureuth die Berichterstattung zum 90-jährigen Jubiläum der Koberbachtalsperre. Einer der Gründe: Beide, die Seniorin und die Talsperre, sind gleich alt. Doch die Erinnerungen an ihre Jugendzeit hat die Seniorin bis heute wach gehalten. Irmgard Herold wurde 1928 in Stöcken geboren und wuchs in der Friedenssiedlung in Werdau auf. Wenn es die Freizeit und das Wetter erlaubten, fuhr sie mit ihrem Rad an die Kober zum Baden. Der fahrbare Untersatz war für die junge Irmgard so etwas wie ein Schatz. "Das hatte mein Vater aus diversen Teilen selbst zusammengebaut", sagt die Seniorin.

Ein Bade-Aufenthalt blieb ihr besonders im Gedächtnis: "1943 an einem wunderschönen Sommertag radelte ich in den Ferien früh los, um einen Tag an der Kober zu erleben. Ich hatte Glück und musste den Tag an der Talsperre nicht alleine verbringen. Ich traf dort drei Klassenkameraden aus der Handelsschule. Die eine Mitschülerin, deren Name ich vergessen habe, wohnte in ,Neu Rom'. Sie war Dauergast an der Kober. Günter Stürzer war Leubnitzer und Wilfried Naundorf Langenbernsdorfer. Wir beschlossen, zu viert gemeinsam zur gegenüberliegenden Seite der Talsperre zu schwimmen. Nicht auf dem kürzesten Wege gerade rüber, sondern schräg. Auf der Gegenseite ruhten wir etwas aus, ehe wir wieder zurückschwammen. Aber die Strömung war schwer zu bezwingen. Ich hatte blutunterlaufene Arm- beugen und war fix und fertig. Der aus ,Mausigarn' selbst gestrickte Badeanzug, mein ganzer Stolz, hatte danach auch nicht mehr ganz die perfekte Passform. Aber es war alles gut gegangen."


Doch nicht nur zum Baden zog es Irmgard Herold in ihrer Jugend an die Talsperre. "Oft bin ich auch außerhalb der Saison alleine zum Bootfahren zur Talsperre geradelt. Das hat mir immer Spaß gemacht", berichtet die Seniorin.

Der 8. September 1973 ist ein Tag, an den sich Irmgard Herold beim Durchblättern ihres Fotoalbum gern erinnert. "Ich war damals Mitglied im Demokratischen Frauenbund Deutschlands. Wir hatten eine Patenorganisation in Karl-Marx-Stadt und besuchten uns oft gegenseitig. Am 8. September 1973 waren zehn Frauen aus Chemnitz mit Ehepartner bei uns zu Gast gewesen, um unser schönes Naherholungsgebiet an der Talsperre zu besichtigen. Dabei interessierte die Gäste das Minen-Räumboot ganz besonders. Das war eine Attraktion, die es in der Form hier nirgends anderswo gab."

Das "Seehaus" an der Talsperre blieb für Irmgard Herold all die Jahre ein beliebtes Ausflugsziel. "Dort haben wir 1973 den erfolgreichen Schul- beziehungsweise Ausbildungs-Abschluss unserer drei Söhne gefeiert, später manche Geburtstage und im Jahr 2010 die diamantene Hochzeit im großen Familienkreis. Immer sind wir bestens bewirtet worden. Und es hat mir, meinem Mann und allen Gästen stets gut gefallen. Übrigens war die Wirtin, die das Haus im Auftrag der HO geführt hat, auch eine Mitschülerin der Handelsschul-Klasse, hieß Marga Götz und war ebenfalls aus Trünzig. Eine tüchtige Frau, deren Söhne die Gaststätte ,Seehaus' erfolgreich fortgeführt haben."

Auch im hohen Alter von 90 Jahren denkt die Fraureutherin gern an die Erlebnisse an der Talsperre zurück. "Die Kober war und ist etwas Besonderes im Kreis. Es ist schön, dass mit der Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen der Koberbachtalsperre das Kleinod wieder in den Fokus gerückt wird. Möge die Talsperre noch lange existieren und mögen dort viele Menschen schöne Stunden verbringen."

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