Steinpleiser wollen Sanierung statt Neubau

Die Bürgermeinung am Mittwochabend war eindeutig: Ein Anbau ans Sportlerheim kommt nicht infrage. Das Wahrzeichen des Ortes soll bleiben.

Steinpleis.

Die Steinpleiser wollen ihre alte Turnhalle erhalten. Das war der eindeutige Tenor der Bürgerversammlung, die am Mittwochabend im Versammlungszimmer des Feuerwehrgerätehauses des Werdauer Ortsteiles Steinpleis stattfand und im wahrsten Sinne des Wortes den räumlichen Rahmen sprengte. Rund 90 interessierte Einwohner, Vertreter der zahlreichen Sportvereine und Freizeitgruppen, die sich regelmäßig in der Turnhalle treffen, wollten mehr über die zwei Varianten erfahren, die ihnen der Steinpleiser Ortsvorsteher Bernd Dietel (Freie Wähler) vorstellte. "In der Amtszeit des Werdauer Oberbürgermeisters Ralf Tittmann stand unsere Halle auf der Abschussliste. 2011 erarbeitete uns ein Ingenieurbüro kostenlos eine Studie zum Erhalt des Gebäudes. Damals war man von Kosten allein für die Sanierung des Sportbereiches von rund 850.000 Euro ausgegangen", erklärte der Ortsvorsteher.

Im Dezember 2018 legte die Stadt Werdau den Vorschlag für einen Anbau an das bestehende Sportlerheim an der Ruppertsgrüner Straße vor. Rund 200 Quadratmeter groß ist die Fläche des Gymnastik- und Mehrzweckraumes. Hinzu kommen Umkleiden, Duschen, WC, Küche. Was das kosten soll, darüber gibt es noch keine Aussagen. Der Neubau wäre jedoch mit seiner niedrigen Deckenhöhe auf keinen Fall für Ballsportarten geeignet. Fußballer, Handballer, Volleyballer, auch die Bogenschützen könnten mit diesem Domizil nichts anfangen, sagten Vertreter dieser Vereine. Schon deshalb sei man dafür, die Turnhalle zu erhalten. Oder wie es der alteingesessene Steinpleiser Frieder Reiher formulierte: das Wahrzeichen der Gemeinde. Auch in Sachen Hochwasser wurden in Bezug auf den Anbau Bedenken geäußert. "Hat man bedacht, dass das Gebiet schnell überschwemmt wird? Gibt es eine Baugrunduntersuchung? Und was ist mit Anliegern, die sich vielleicht durch Veranstaltungen belästigt fühlen könnten", wollte Frank Pregle wissen. Nein, all das sei noch nicht Gegenstand der Untersuchungen gewesen, betonte Bernd Dietel. Diese Bedenken habe der Ortschaftsrat im Werdauer Rathaus bereits vorgebracht.

"Mir war es heute wichtig herauszufinden, was die Steinpleiser wollen - und ich denke, es ist der Wille derjenigen, die die Turnhalle regelmäßig nutzen, dass sie auf lange Sicht erhalten bleibt", sagte Dietel. Als nächster Schritt müsse eine Kostengegenüberstellung erarbeitet werden, die darstellt, was eine Sanierung, auch eine teilweise, und was ein Anbau kosten würden.

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