Stimmung während Ratssitzung schlägt um

Langenbernsdorf.

Auch ein Jahr nach einem Vorfall auf dem Waldsportplatz in Langenbernsdorf, bei dem Vizebürgermeister Tobias Bär (CDU) Kinder einer Großfamilie aus dem Ort geschlagen und getreten haben soll, zieht keine Ruhe in das Dorf ein. Am Montagabend spitzte sich während der Ratssitzung die Situation zu dem Thema noch einmal zu. Tobias Bär informierte zu Beginn der Zusammenkunft das Gremium, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn Klage erhoben habe ("Freie Presse" berichtete am 3. Juli). Er sei sich aber nach wie vor keiner Schuld bewusst und habe sich auch nichts vorzuwerfen. Die Räte bekundeten durch lautes Klopfen auf den Tischen ihre Sympathie mit Bär.

Kurz darauf später meldete sich Roland Suttner, Vater der Kinder, gegen die Bär handgreiflich geworden sein soll, innerhalb der Bürgerfragestunde zu Wort und holte verbal zu einem Rundumschlag aus. Er und seine Familie seien noch immer Anfeindungen ausgesetzt, obwohl sie sich nichts zu Schulden kommen lassen hätten. Scharfe Kritik übte er an Bürgermeister Frank Rose (parteilos), der nichts gegen die Anfeindungen unternehmen und sich auch im Fall Bär nicht loyal verhalten würde. Die Behauptungen sorgten für Unmut in den Reihen der Räte. Heide Heinze (Freie Wähler) forderte Suttner auf, seine Anschuldigen zu unterlassen. Doch der wetterte weiter. Da platzte Andreas Mehlhorn der Kragen. "Es reicht. Schluss. Verlassen Sie den Raum", forderte der CDU-Mann den Gast auf, der sich davon unbeeindruckt zeigte. Nun ergriff der Bürgermeister, der Suttner bereits während seiner Ansprache mehrfach das Rederecht entzog, erneut das Wort und machte von seinen Hausrecht Gebrauch. "Sie haben wiederholt gegen die Geschäftsordnung verstoßen. Ich fordere Sie auf, den Saal zu verlassen." Nachdem auch Suttner der Forderung keine Folge leistete, wurde Mehlhorn noch einmal laut: "Ich rufe jetzt die Polizei." Erst nach dieser Androhung verließ Sutter, der in Begleitung eines seiner Kinder war, den Raum. Wenige Minuten später tauchte die Lebenspartnerin von Suttner mit neun zur Familie gehörenden Kindern auf. Sie verfolgten die Sitzung, ohne dass es zu weiteren Störungen kam. Das letzte Wort in dem Konflikt hat das Gericht.

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