Streit um versperrte Zufahrt: Bürger fordern mehr Kontrollen

Gefährden parkende Autos an der verlängerten Brückenstraße in Crimmitschau die Bewohner im Notfall? Die Stadt beschäftigt sich seit fast einem Jahr mit dem Thema.

Crimmitschau.

Anwohner haben Bedenken, dass Rettungsdienst und Feuerwehr im Notfall nicht rechtzeitig die Grundstücke an der verlängerten Brückenstraße in Crimmitschau erreichen. Der Grund: Die Zufahrt, die sich an der Zwickauer Straße befindet, wird zeitweise als Parkplatz genutzt. Auf das Problem hat Ralf Gruner, dessen Eltern Elke und Roland an der verlängerten Brückenstraße wohnen, vor wenigen Tagen zur Sitzung des Stadtrates hingewiesen.

"In dem Bereich wohnen - neben meinen Eltern - viele ältere Leute, die bei einem Herzinfarkt oder einem Sturz auf schnelle Hilfe angewiesen sein können", sagte Ralf Gruner. Er hat sich mit dem Thema schon im Oktober 2017 - also vor einem Jahr - an den Fachbereich für Öffentliche Ordnung und Sicherheit im Rathaus gewandt. "In der Hoffnung, dass sich die Mitarbeiter der Sache annehmen. Bisher ist aber nichts passiert", ärgerte sich Ralf Gruner. Er schlug beispielsweise vor, dass der Bereich der Zufahrt deutlich sichtbar mit einer weißen Farbe gekennzeichnet werden soll.

Oberbürgermeister André Raphael (CDU) zeigte kein Verständnis für die Kritik an Mitarbeitern des zuständigen Fachbereichs. "Das Ordnungsamt parkt dort nicht", antwortete der Rathauschef im Stadtrat. Er verstehe die Wortmeldung der Anwohner im Stadtrat eher als Appell an die Autofahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten sollen. Die Stadtverwaltung teilte nach einer Anfrage der "Freien Presse" am Dienstagabend mit, dass die Mitarbeiter des zuständigen Fachbereichs nach dem Hinweis von Ralf Gruner seit November 2017 zweimal täglich den ruhenden Verkehr an der Stelle kontrollieren. "Bisher haben wir jedoch keine massiven Verstöße im Bereich der Einmündung festgestellt, welche entsprechend geahndet werden konnten", sagte Daniela Lange, die sich im Rathaus um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Sie informierte, dass es zur Anzahl der Verstöße keine Extra-Statistik gebe. Zudem teilte die Stadt mit, dass die Häuser an der verlängerten Brückenstraße - auch für Rettungsfahrzeuge - noch über eine weitere Zufahrt erreichbar wären. Die Verantwortlichen des Fachbereichs erkennen laut Lange "keine besonderen Umstände" für zusätzliche Verkehrszeichen oder die von Ralf Gruner vorgeschlagene Markierung.

An der Zufahrt in die verlängerte Brückenstraße befindet sich die Bäckerei Zeuner. Die Mitarbeiter sehen die Parksituation vor dem Geschäft allerdings nicht als Problem. Sie haben in der Vergangenheit mit Schildern darauf hingewiesen, dass die Zufahrt in die verlängerte Brückenstraße frei bleiben soll. "Wenn hier doch einmal ein Fahrzeug steht und es zu einem Notfall kommen würde, dann wird es von den Kunden sofort weggefahren", versicherten die Mitarbeiter der Bäckerei Zeuner.

In Crimmitschau sorgt allerdings nicht nur die Situation an der Zwickauer Straße für Diskussionsstoff. In der Vergangenheit haben die Ordnungshüter auch ihre Präsenz vor den Bäckereien an der Werdauer Straße und an der Melanchthonstraße intensiviert. "Ich kann ihnen versichern: Die Mitarbeiter des Fachbereichs sind ganz oft unterwegs", sagte Raphael.

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