Sturmtief: Warum war der Sahnpark nicht gesperrt?

Stadtverwaltung und Eispiraten sprechen über Zuständigkeiten

Crimmitschau.

Sturmtief "Eberhard" ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 125 Kilometern pro Stunde über Sachsen gezogen. Trotz der im Internet veröffentlichten Unwetterwarnung gab es in Crimmitschau keine Extra-Abstimmungen zwischen Oberbürgermeister André Raphael (CDU), Ordnungs-Fachbereichsleiterin Karin Schnupp und Eispiraten-Geschäftsführer Jörg Buschmann. Dabei befanden sich 3128 Zuschauer am Sonntagabend zur Eishockey-Partie zwischen den Eispiraten Crimmitschau und den Kassel Huskies im Kunsteisstadion im Sahnpark. Die Sportstätte befindet sich - wie der Name schon verrät - in einer Parkanlage. Dort hat das Sturmtief in den Nachtstunden mehrere Bäume entwurzelt.

An der Sicherheitsberatung, die am Sonntagnachmittag stattfand, nahm Frank Süß als Vertreter der Stadtverwaltung teil. Er ist für das Kunsteisstadion verantwortlich, stimmte sich mit einem Vertreter des Sicherheitsdienstes ab. "Das Veranstaltungsobjekt und die Parkplätze wurden trotz Orkanwarnung als sicher eingeschätzt, sonst wäre durch die Eispiraten - in ihrer Verantwortung als Veranstalter - das Spiel sicher abgesagt worden", sagt Rathaussprecherin Andrea Beres. Sie berichtet, dass eine Sperrung des Sahnparks von Seiten der Stadt - trotz der Unwetterwarnung und des Zuschaueransturm - nicht in Betracht gezogen worden sei. Beres weiter: "Generell ist jedoch zu sagen, dass es zu allererst in der Eigenverantwortung jedes Besuchers liegt, das eigene Risiko für eine Anreise bei Sturmwarnung einzuschätzen. Dies trifft auch auf das Betreten von allen Wäldern und Parkanlagen zu." Geschäftsführer Jörg Buschmann sieht die Eispiraten als Veranstalter der Partien ausschließlich für die Sicherheit innerhalb des Stadions verantwortlich. "Das Kunsteisstadion ist über öffentliche Wege erreichbar", sagt er.

Die Aussagen zeigen, dass es Abstimmungsbedarf gibt. Vertreter der Stadt und der Eispiraten sitzen dazu am morgigen Donnerstagvormittag am Tisch.

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