Theater: Intendant hofft auf Durchbruch bis zum Ballabend

Die Vorbereitungen auf die 22. Auflage des Festes am 2. Februar laufen auf Hochtouren. Roland May ist optimistisch, dass es bis dahin auch eine Lösung im Theaterstreit - und damit Grund zum Feiern - gibt.

Zwickau.

Ein rauschendes Fest erwartet die Besucher des Zwickauer Theaterballs am 2. Februar in der "Neuen Welt" in Zwickau. Die 22. Auflage steht unter dem Motto "Kaiserwalzer". Mit dem "Kaiserwalzer" von Johann Strauss Sohn wird auch das Galaprogramm eröffnet. Generalmusikdirektor Leo Siberski, der erste Kapellmeister Vladimir Yaskorski, Solisten aus Musiktheater und Schauspieler, der Opernchor und das Ballett des Theaters Plauen-Zwickau gehören ebenso zu den Mitgestaltern des Balls wie das Philharmonische Orchester. Auch in Vorbereitung auf den Ball sowie hinter den Kulissen wirken Ensemblemitglieder mit. Der Höhepunkt wird die Verleihung des Mauritius-Preises an den Publikumsliebling 2018 durch den Theaterförderverein sein.

Wie Generalintendant Roland May bei einem Pressegespräch am Dienstag informierte, können sich die Ballbesucher außerdem über ein Schauprogramm der Fliegenden Sachsen freuen, genauso wie auf die Bands Cosmic Light, Saxnrock und Triologie. Doch sind die Theaterleute überhaupt in Ball-Laune? Schließlich hat der Plauener Stadtrat im Dezember den neuen Grundlagenvertrag zum gemeinsamen Theater mit Zwickau abgelehnt, und die Mitarbeiter des Musentempels wissen zurzeit nicht so recht, wie es weitergeht. May gab sich optimistisch, dass bis zum Kaiserwalzer-Ball gemeinsam ein Königsweg gefunden wird. "Es wäre schön, wenn wir bis dahin eine gute Lösung verkünden könnten. Ich halte das für realistisch. Ich bin sehr froh über den Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden des Theaters, Jens Heinzig, dass sich Plauener und Zwickauer Stadträte noch einmal zusammensetzen sollten. Wir brauchen mehr Vertrauen", sagte der Intendant, der für den Erhalt des Vier-Sparten-Theaters mit dem gegenwärtigen Personal wirbt. "Wenn es nach mir ginge, sogar mit noch mehr Personal", so May.

Durch das Nein in Plauen ist es derzeit fraglich, ob der sächsische Kulturpakt genutzt und die Theaterangestellten wieder nach Flächen- tarif bezahlt werden können. Mit einem offenen Brief hatte May vor der entscheidenden Stadtratssitzung die Skeptiker in Plauen allerdings selbst bestärkt, dem Zwickauer Angebot zur Theaterehe nicht zuzustimmen. Zwickau will Plauen mit höheren Zahlungen aus seinen finanziellen Nöten bei der Theater(mit)finanzierung helfen und auch einen größeren Brocken des nötigen Eigen- anteils beim Kulturpakt stemmen, dafür aber mehr Einfluss in den Theatergremien. Man habe lange auf die Initiative aus Dresden gewartet, fusionierte Theater finanziell zu unterstützen, erklärte sich May am Dienstag noch einmal. Jetzt sollte man das Geld vom Land nutzen und die Theatermitarbeiter nach Tarif bezahlen. Allerdings dürfe das nicht mit Kürzungen bei den Stellen einhergehen. Der Kündigungsschutz - so wie im bisherigen Haustarif - müsse gewährleistet sein. "Wir haben einen Punkt erreicht, wo man nicht noch mehr Mitarbeiter einsparen kann", sagte May. "Am Ende entscheiden die Stadträte in Plauen und Zwickau." Mit ihnen müsse man die Komplexität der Angelegenheit intensiv diskutieren, Gefahrenpunkte aufzeigen. "Es geht nicht um kurzfristige Verträge. Das Ensemble braucht eine Perspektive."

Karten für den Theaterball am 2.Februar in der "Neuen Welt" Zwickau gibt es für 15 bis 70 Euro an der Theaterkasse, Alter Steinweg 4 in Zwickau.

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