Treckermotoren wummern am Herrenhaus

Das Fraureuther Oldtimer- und Traktorentreffen erlebte am Sonnabend seine zehnte Auflage. Hunderte Schaulustige bevölkerten das Gelände in der Ortsmitte.

Fraureuth.

Wer am Samstagvormittag mit dem Auto durch Fraureuth musste, war gut beraten, mehr Zeit mitzubringen. Denn einige der Teilnehmer am zehnten Oldtimer- und Traktorentreffen waren mit ihren betagten Gefährten mitunter nur wenig schneller unterwegs als Fußgänger. "Ich bin ab Steinpleis eine kleine Ewigkeit hinter einer Zugmaschine hergefahren. Überholen ging nicht, weil ich entweder Gegenverkehr oder keine freie Sicht hatte. Der Treckerfahrer fand aber auch keine Lücke, um kurz rechts ran zu fahren. Mir war's egal, ich wollte ohnehin zu dem Treffen", sagte Peter Franke aus Zwickau. Er gehörte schon öfter zu den Besuchern der Veranstaltung, lobte einerseits die aus seiner Sicht gelungene Kombination von Traktoren und Oldtimern, auf der anderen Seite aber auch die umtriebigen Organisatoren. Die hatten sich erneut einiges einfallen lassen, um ihren Gästen mehr zu bieten als eine Aufreihung alter Fahrzeuge.

Unter anderem erweckten sie historische Technik der Fraureuther Firma Louis Tittmann zu neuem Leben. "Neben dem Tittmann-Traktor, von dem nur wenige Exemplare gebaut wurden, können wir heute erstmals auch eine Dreschmaschine der Fraureuther Firma präsentieren. Das ist schon ein beeindruckendes Gerät", schwärmte Lutz Schumann, Mitglied bei den Fraureuther Traktoren- und Oldtimerfreunden. Die demonstrierten den vielen Schaulustigen gleich noch, dass ein Traktor früher nicht nur als Zugmaschine, sondern auch als Antrieb für diverse Gerätschaften genutzt wurde. Zum Beispiel für Sägen, Schrotmühlen oder Häcksler. Lutz Schumann: "Unsere Altvorderen haben sich Gedanken gemacht, wie sie die vorhandene Technik effektiv und kostengünstig nutzen können. Es musste nicht für jede einzelne Maschine ein gesonderter Antrieb sein."

Ortsvorsteher Hans-Dieter Jacob freute sich, dass auch die zehnte Auflage des Treffens gut angenommen wurde. "Ortschaftsrat, die Traktoren- und Treckerfreunde, aber auch die anderen in irgendeiner Form mitwirkenden Vereine versuchen sich immer wieder etwas einfallen zu lassen, damit das Ganze zu einem besonderen Erlebnis wird. In diesem Jahr haben wir erstmals ein Abendprogramm", sagte Jacob.

Und es gab am Rande des Treffens noch eine Besonderheit: eine DDR-Bar. Ausgeschenkt wurden typische Ost-Getränke wie Grüne Witwe oder der berüchtigte Nikolaschka. Die Tatsache, dass das Fraureuther Treffen längst weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist, zeigte sich unter anderem an der Vielzahl auswärtiger Besucher. Udo Friedrich (49) kam mit seinem Trecker vom Typ Bautz AL 180, Baujahr 1958, aus Meerane. "Weil er es maximal auf 25 Kilometer pro Stunde bringt, haben wir ihn aus Zeitgründen auf einem Hänger hierher transportiert."

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