Trotz Geldregens: Feuerwehren warten lange auf neue Fahrzeuge

Zuschüsse fließen in Fuhrpark, Technik und Gerätehäuser. Die Mittel werden oft auf mehrere Raten verteilt.

Werdau.

Für die Feuerwehr-Investitionen im Landkreis Zwickau gibt es eine Finanzspritze. Der Freistaat stellt in diesem Jahr einen Zuschuss in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das klingt nach viel Geld, reicht aber trotzdem hinten und vorne nicht. Welche Projekte können unterstützt werden?

Bauvorhaben: Mit einer ersten Rate von 75.000 Euro wird der Neubau eines Gerätehauses in Zwickau-Marienthal bezuschusst. Das Depot soll an der Hoferstraße entstehen. Da sich die Suche nach einem Planer schwierig gestaltet und der Zeitplan durcheinander gekommen ist, fließt 2019 weniger Geld als zunächst angedacht. "Ursprünglich war ein Zuschuss von 400.000 Euro vorgesehen", sagt Kreisbrandmeister Alexander Löchel. Er macht deutlich, dass dadurch die Fördermittel-Raten für Zwickau-Marienthal in den nächsten Jahren erhöht werden. Zudem sind Fördermittel für den Neubau einer Fahrzeughalle im Crimmitschauer Ortsteil Langenreinsdorf eingeplant. 50.000 Euro fließen 2019. Jeweils 100.000 Euro gibt es 2020 und 2021. Der Kauf des Grundstücks wird momentan vorbereitet.


Fuhrpark: Mit den Mitteln des Freistaates wird in diesem Jahr die Anschaffung von 18 neuen Fahrzeugen unterstützt. Dabei handelt es sich meistens um Ratenzahlungen, die Beschaffung zieht sich oft lange hin. "Bei einer Drehleiter können zwischen der Ausschreibung und der Lieferung schon fast drei Jahre liegen. Die Nachfrage ist momentan groß", sagt Löchel. Er berichtet, dass sich die Floriansjünger in Hohenstein-Ernstthal und in Limbach-Oberfrohna auf neue Drehleitern freuen. Die beiden Städte planen eine gemeinsame Ausschreibung. Die Anschaffung wird mit 525.600 Euro pro Drehleiter unterstützt, davon fließen 137.600 Euro pro Drehleiter in diesem Jahr. Die Freiwilligen Feuerwehren in Meerane und in Mülsen St. Micheln erhalten ein neues Tanklöschfahrzeug. Damit können rund 4000 Liter Wasser zu den Einsatzstellen gebracht werden. Die Anschaffungen sollen 2019 - in einer ersten Rate - mit 67.500 Euro (Meerane) und 60.000 Euro (Mülsen) unterstützt werden. Auf der Prioritätenliste, die mit dem Kreisverband des Städte- und Gemeindetages abgestimmt ist, stehen zudem 90.000 Euro als erste Rate für ein Hilfeleistungslöschfahrzeug in St. Egidien und 42.000 Euro für einen Einsatzleitwagen in Glauchau. Fünf Feuerwehren planen den Kauf eines Mannschaftstransportwagens. Dafür erhalten Schönberg, Waldenburg, Hartenstein, Callenberg und Lichtentanne jeweils 23.000 Euro. Löchel sagt mit Blick auf den Fuhrpark: "Momentan ist noch jedes fünfte Fahrzeug im Landkreis Zwickau aus DDR-Bestand."

Technik: Alle Feuerwehr-Einsatzkräfte im Landkreis Zwickau sollen bis 2022 mit digitalen Meldeempfängern ausgestattet werden. 1236 Stück werden in diesem Jahr in einer ersten Etappe geordert. Kosten: rund 330.000 Euro. Die Anschaffung macht sich auch mit Blick auf Auflagen des Datenschutzes erforderlich. Zudem stehen 130.000 Euro für neue Atemschutztechnik zur Verfügung. Dabei wird eine einheitliche Lösung mit Überdruck-Technik bevorzugt.


Helfer-Zahl ist rückläufig

3526 Einsatzkräfte gehören zu den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Zwickau. Damit stehen 102 Helfer weniger als noch 2017 zur Verfügung. Kreisbrandmeister Alexander Löchel begründet den Rückgang mit dem hohen Altersdurchschnitt und der demografischen Entwicklung. Neben den ehrenamtlichen Rettern gibt es noch 173 Mitarbeiter in der Berufsfeuerwehr und 74 Mitarbeiter in der Werksfeuerwehr bei Volkswagen.

1182 Kinder und Jugendliche werden in 94 Jugendfeuerwehren auf den aktiven Dienst vorbereitet. Der Anteil der Mädchen liegt bei 20 Prozent. 2017 zählten die Nachwuchsabteilungen noch 1148 Mitglieder, teilt der Landkreis Zwickau mit. (hof)

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