Undichtes Dach: Stadt geht in Vorleistung

Die Kommune bringt nun eine lange Geschichte zu Ende. Damit abgeschlossen ist das Kapitel Diesterwegschule jedoch immer noch nicht.

Werdau.

Ein Thema, das die Stadtverwaltung seit mehr als drei Jahren beschäftigt, soll jetzt abgeschlossen werden. Die Kommune lässt das Dach der Turnhalle an der Diesterweg-Oberschule auf eigene Kosten erneuern. Konkret geht es dabei um die Beseitigung von Mängeln, die nach Meinung der Verwaltung unter anderem eine Dachdeckerfirma verursacht hat. Ob das so ist, soll ein Gericht herausfinden. Bis das Urteil gefällt wird, können möglicherweise noch Jahre in Land gehen. So lange will die Kommune nicht warten und ergreift nun die Initiative. Dem Vorhaben mit einem Kostenumfang von circa 349.000 Euro stimmte der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu. Nicht nur beim Eindecken der Turnhalle wurde nach Meinung der Stadt geschludert, sondern auch bei den Arbeiten zur Erneuerung des Daches am Hauptgebäude. Die Mängel will die Stadt erst später beseitigen lassen.

Rückblende. Zwischen 2013 und 2016 erfolgte eine komplexe Sanierung der Diesterweg-Oberschule. Dazu gehörte auch die Neueindeckung der Dächer. Doch bereits vor Abnahme wurden Undichtheiten im Dach festgestellt. Die Kommune beauftragte einen Gutachter, der die Arbeiten in Augenschein nehmen sollte. Dessen Urteil: Bei der Bauausführung wurden Fehler gemacht. Die waren laut Expertenurteil so groß, dass nicht einmal eine Reparatur möglich war. Einzige Lösung: Neueindeckung.

Die bauausführende Firma sah das anderes und war nicht gewillt, das Dach auf eigene Kosten noch einmal neu einzudecken. Daraufhin verklagte die Stadt im Januar 2016 den Ausführungsbetrieb sowie die Planer und die Bauüberwachung auf Mängelbeseitigung sowie Schadensersatz.

Im Zuge des Verfahren beauftragte das Landgericht einen öffentlich bestellten Sachverständigen mit der Begutachtung. Der Ortstermin fand im Dezember 2016 statt. Auch der Sachverständige stellte Mängel in der Ausführung der Dachdecker- und Dachklempnerleistungen fest. Danach herrschte Sendepause. Im Herbst des Vorjahres erhielt die Kommune auf Anfrage vom Gericht die Antwort, dass es seitens des Gerichtssachverständigen keiner weiteren Inaugenscheinnahme bedarf. Inzwischen ist wieder ein Jahr ins Land gezogen, ohne dass das Gericht zu einem Urteil gekommen ist. "Da eine zeitnahe Entscheidung nicht zu erwarten ist, wollen wir nunmehr das Turnhallendach komplett neu eindecken und dieses damit in einen fachgerechten sowie sicheren Zustand versetzen", sagte Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) zur Ratssitzung. Er machte jedoch gegenüber den Räten vor deren Entscheidung deutlich, dass mit großer Wahrscheinlichkeit das Gerichtsgutachten von der Gegenseite beanstandet wird. "Der Beweis zur fehlerhaften Ausführung der Dachdeckung wird mit der Neueindeckung vernichtet. Es ist deshalb vorgesehen, die Rückbauarbeiten in einer begleiteten Beweisaufnahme zu dokumentieren. Den Klagegegner wird natürlich die Möglichkeit der eigenen Inaugenscheinnahme eingeräumt", sagte Kristensen. Er appellierte dennoch an die Räte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zustimmen. "Ein vertretbares Risiko besteht immer. Wenn wir nichts tun, müssen wir warten bis das Gericht entschieden hat. Das kann dauern", so Kristensen.

In dem Zusammenhang machte er deutlich, dass schon jetzt die Kosten deutlich über denen von 2016 liegen. "Der ermittelte Gesamtangebotspreis für Schul- und Turnhallendach lag damals bei 360.000 Euro. Zwischenzeitlich sind die Preise gestiegen." Allein die geplanten Kosten für die Erneuerung des Daches der Turnhalle betragen inzwischen 349.000 Euro. Das Geld, so das Stadtoberhaupt, ist im Haushalt eingestellt. Nachdem der Rat dem Vorhaben zustimmte, soll noch in diesem Jahr die öffentliche Ausschreibung erfolgen, sodass voraussichtlich im März mit der Neueindeckung begonnen werden kann.

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